Krieg im Weltraum „mit bloßem Auge“ gesehen, sagt der deutsche Astronaut, der von der ISS zurückkehrt

Matthias Maurer, ein deutscher Astronaut, der kürzlich von der Internationalen Raumstation (ISS) zur Erde zurückgekehrt ist, versicherte, dass die Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine vom Weltraum aus zu sehen seien. Im Orbit kann man den Einschlag der Rakete auf Kiew sowie eine Rauchwolke über den bombardierten Städten sehen.

„Wenn man im All ist, fühlt man sich zunächst sehr weit weg“, erklärte der 52-jährige Astronaut gegenüber der Sendung „Morgenmagazin“ der ARD. „Zu Beginn des Krieges war das ganze Land nachts stockfinster.“

„Eigentlich konnte Kiew nur erkannt werden“, betonte er. „Sie können also die Auswirkungen der frühen Tage des Krieges sehen. In Kiew sieht man nachts ‚Blitze‘ und die Raketen, die darauf einschlagen.“

Maurer, ein Materialwissenschaftler, wird der 12. deutsche Astronaut im All und reist am 11. November 2021 mit drei weiteren Besatzungsmitgliedern zur Mission „Cosmic Kiss“ zur ISS. Während seiner 177 Tage im Orbit führte er Dutzende von Experimenten zur menschlichen Gesundheit und zu Materialwissenschaften durch. Zurück bei „Crew Dragon Endurance“ im Golf von Mexiko am 6. Mai.

Der Krieg, fuhr er fort, sei „vom Weltraum aus mit bloßem Auge deutlich zu sehen“ und manchmal „war das Ereignis deutlich erkennbar“, so als sei „eine riesige Rauchwolke über den Städten über Mariupol“ zu sehen gewesen. Maurer fügte hinzu, dass seine Sicht auf die Dinge von oben während des Krieges ironischerweise dazu geführt habe, dass er sich dem Krieg in der Ukraine „näher“ fühle, als wenn er in Deutschland geblieben wäre.

„Unsere Erde ist wirklich nur ein kleiner Planet im Vergleich zu dem, was da draußen ist“, sagte er. „Krieg von oben gesehen ist hundertmal irrationaler als von unten“, schloss er.

Ricarda Lange

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