Urlaub & Bildung für beruflichen Fortschritt miteinander kombinieren

Wer Urlaub hat, verdrängt den Gedanken an die Arbeit ganz schnell. Was viele Arbeitnehmer nicht wissen ist, dass es in beinahe jedem Bundesland einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub gibt. Bis zu fünf Urlaubstage extra gibt es in 14 der insgesamt 16 Bundesländer, sie heißen Bildungsurlaub, Bildungszeit oder Bildungsfreistellung. Wie der Name schon gesagt, geht es nicht um eine Extrawoche Mallorca-Ferien, sondern um eine gezielte Auszeit, um etwas neues zu lernen und sich beruflich weiterzuentwickeln. 

Was bedeutet Bildungsurlaub und wer darf ihn nehmen?

Arbeitgeber müssen ihre Arbeitnehmer für Weiterbildungsmaßnahmen bezahlt freistellen. Mit Ausnahme von Bayern und Sachsen hat jeder Angestellte das Recht auf diesen Sonderurlaub, Unternehmen können ihn nicht verwehren. Der Erholungsurlaub wird nicht gekürzt, es handelt sich um Zusatztage für gezielte Weiterbildungen. Das sind wichtige Informationen, die längst nicht jeder Arbeitnehmer kennt. 

Gut zu wissen: Bildungsurlaube dienen der Weiterbildung, allerdings muss der Bildungsinhalt nicht zwingend dem eigenen Beruf entsprechen. Ziel ist die eigene Fortbildung des Arbeitnehmers, nicht der Profit des Arbeitgebers. 

Welche Arten von Bildungsurlaub sind erlaubt? 

Jeder Arbeitnehmer (mit Ausnahme von Bayern und Sachsen) hat pro Jahr fünf Tage Anspruch auf Bildungsurlaub. Alternativ sind zehn Tage alle zwei Jahre möglich. Während dieser Urlaubszeit dürfen Fortbildungen und Seminare besucht werden. Erlaubt sind beispielsweise: 

  • Sprachkurse in unterschiedlichen Sprachen
  • Fachliche Fortbildungen 
  • Persönlichkeitskurse 
  • Politische Kurse 

Damit der Arbeitgeber Bildungsurlaub gewährt, muss der jeweilige Kurs als solches anerkannt sein. Es gibt viele seriöse Anbieter, die Arbeitnehmern gezielte Bildungsangebote unterbreiten, die der Weiterbildung dienen. 

Wer kommt für die Kosten des Bildungsurlaubs auf? 

Weiterbildungen wurden in den letzten Jahren überwiegend während der Arbeitszeit und deutlich seltener im Rahmen einer Bildungsfreistellung durchgeführt. Vorteil bei einer arbeitsinternen Schulung oder Maßnahme ist, dass der Arbeitgeber für die Kosten aufkommt. Seminare für den Bildungsurlaub zahlen Arbeitnehmer selbst. 

Der Arbeitgeber zahlt allerdings während der gesamten Zeit das Gehalt weiter, der Bildungsurlaub wird wie ein klassischer Erholungsurlaub gewährt. Es besteht die Möglichkeit, Kosten für Weiterbildungen über die Steuererklärung abzusetzen und einen Teil des Geldes indirekt zurückzuerhalten. 

Ist Bildungsurlaub auch für Teilzeitarbeitende erlaubt? 

Fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr stehen Arbeitnehmern zu, die fünf Tage pro Woche arbeiten. Bei einer verringerten Arbeitszeit verkürzt sich der Anspruch auf vergütete Bildungszeit. Entscheidend sind nicht die Wochenstunden, sondern die Arbeitstage.

Beispiel: Wer fünf Tage pro Woche für jeweils zwei Stunden arbeitet (10 Wochenstunden), hat Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr. Wer hingegen nur an drei Tagen pro Woche für acht Stunden arbeitet (24 Stunden pro Woche), darf nur drei Tage Bildungsurlaub nehmen. 

Es besteht bei längeren Bildungsurlauben die Möglichkeit, für die fehlenden Tage unbezahlten Urlaub oder Erholungsurlaub zu nehmen. 

Wie funktioniert der Antrag auf Bildungsurlaub für Arbeitnehmer? 

Jedes Bundesland hat gesetzliche Fristen für die Antragstellung auf Bildungsurlaub. Wer an einer Maßnahme oder einem Kurs teilnehmen möchte, muss den Arbeitgeber meist vier bis 12 Wochen vorher informieren. Der formelle Antrag wird schriftlich gestellt und muss unter anderem den Kurstitel der Bildungsmaßnahme, den Träger und den genauen Zeitpunkt beinhalten. Manche Bundesländer erwarten zusätzlich einen Nachweis, dass es sich um eine anerkannte Bildungsmaßnahme handelt. Der Arbeitgeber hat dem Antrag unter Einhaltung aller Fristen stattzugeben.

Friederic Beck

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