Nach Monaten hitziger Anti-Einwanderungsdebatte kontrolliert die Bundespolizei seit gestern alle deutschen Außengrenzen. Die Bundesregierung hatte dies zunächst für die nächsten sechs Monate vorgeschrieben. Allerdings kündigte Bundeskanzler Scholz im August an, die stationären Grenzkontrollen zu Polen, Österreich, Tschechien und der Schweiz ab Oktober 2023 „so lange wie möglich“ aufrechterhalten zu wollen.
Laut Innenminister Faeser (Sozialdemokratische Partei Deutschlands, SPD für die Abkürzung NdT) sollte diese Aktion erfolgen „irreguläre Migration weiter reduzieren, Schleuser stoppen, Kriminelle fassen und islamistische Gruppen frühzeitig identifizieren und verhaften“. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam „Es wird keine langen Staus geben, sondern eine intelligente Steuerung“ Das „Minimierung der Auswirkungen auf Menschen in Grenzgebieten, Reisende, Handel und Wirtschaft“. Die Bedeutung sollte klar sein: Die Bundespolizei sollte eine gründliche Erstellung von Rassenprofilen durchführen und Personen, die „verdächtig“ als Einwanderer erscheinen, festnehmen, überprüfen und gegebenenfalls abweisen. Wer als harmloser Reisender und wer als „gefährlicher“ Migrant, Islamist oder Krimineller gilt und dem Polizeiterror ausgesetzt ist, liegt ganz im Ermessen der Beamten. Sogenannte Polizei-„Gewerkschaften“ begrüßten den Schritt, forderten jedoch mehr Personal und Ausrüstung für die Drohnenüberwachung und Kennzeichenerkennung, um Kontrollen effektiv durchführen zu können. Eine Forderung, die angesichts der zunehmenden Entwicklung des Sicherheitsapparats in der Politik offene Beachtung finden dürfte.
In einer Stellungnahme der CDU/CSU-Bundestagsfraktion („Einheitspartei“, sie sind die beiden größten rechten Parteien in Deutschland. NdT) hieß es, die Grenzkontrolle sei vorgesehen „Sie können nur der erste Schritt sein“ und vor allem sind umfassendere Abschiebungen erforderlich. Obwohl die AfD erst vor wenigen Jahren umfassende Grenzkontrollen forderte, ist diese Form der rassistischen Isolation mittlerweile offizielle Regierungspolitik. Unterdessen schwärmte die AfD vom Ausschluss von Flüchtlingen von Veranstaltungen und im öffentlichen Raum. Das Versprechen, die extreme Rechte durch die Einhaltung ihrer Forderungen einzudämmen, war von Anfang an ein Witz. Stattdessen wird sie durch eine zunehmend rassistische und autoritäre Regierungspolitik und die Entwicklung immer abscheulicherer Maßnahmen vorangetrieben, um das Leben von Einwanderern zur Hölle zu machen.
Mit fortschreitendem Rechtsruck wird es immer wichtiger, die Agenda gegen jegliche Unterdrückung und rassistische Spaltung aufrechtzuerhalten und Grenzen zu öffnen. Wie wir in unserem neuesten Leitartikel geschrieben haben (veröffentlicht in Klasse Gegen Klasse, einer deutschen Zeitung des La Izquierda Diario International Network):
Rassismus und Isolation sind die Feinde der internationalen Zusammenarbeit und der menschlichen Emanzipation. Wir sehen Flüchtlinge nicht als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt oder Unruhestifter. Sie sind heute die am stärksten marginalisierte und unterdrückte Gruppe der Arbeiterklasse. Sie sind Klassenkameraden, die wollen, dass wir uns für eine bessere Welt vereinen und gegen die Ausbeutung durch Arbeitgeber und gegen Regierungen, die uns mit Militarisierung und Grenzregimen disziplinieren wollen. In diesem Zusammenhang wollen wir mehr denn je den Slogan der Antirassismusbewegung verteidigen: Offene Grenzen! Bleiberecht und volle Staatsbürgerrechte für alle!



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