Der Aufstieg der Robotik: Trends und Innovationen prägen die Branche

Mit dem Aufkommen der „Vierten Industriellen Revolution“ und der zunehmenden Vernetzung der Produktion, rückt auch das Thema Robotik wieder vermehrt in den Blick der Öffentlichkeit. Neue Technologien und digitale Steuerung machen heutige automatisierte Produktionsanlagen deutlich leistungsfähiger als frühere Generationen. Um den Aufstieg der Robotik zu verstehen, lohnt es sich dennoch, zunächst einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.

Erste Roboterarme in der Industrie

Denn die Geschichte der modernen Robotik geht zurück bis in die frühen 1950er-Jahre. Der amerikanische Erfinder George Devol, der zuvor bereits wichtige Entwicklungen im Bereich der Magnetaufzeichnung und des Mikrowellenofens vorangetrieben hatte, entwickelte damals die Idee für einen robotischen Arm, wie er bis heute in der Industrie zum Einsatz kommt. Unter der Nummer 2.988.237 meldete Devol sein „Universal Automation“ genanntes Patent für einen Roboterarm 1954 beim US-Patentamt an. Praxistauglich umgesetzt war die neue Erfindung damit aber noch nicht.

Von der Erfindung ans Fließband

Erst als Devol 1956 bei einer Dinnerparty den jungen Ingenieur Joseph Engelberger kennenlernte, begannen sich die Dinge zu fügen. Engelberger war, inspiriert von seinem Lieblingsschriftsteller Isaac Asimov, von der Idee besessen, die Robotik voranzutreiben. Als Devol ihm von seiner Erfindung erzählte, war für Engelberger schnell klar, dass diese Technik ein riesiger Schritt auf dem Weg zu einem richtigen Roboter sein würde. Engelberger gelang es (mit einiger Überredungskunst) Partner aus der Industrie für Devols Erfindung zu gewinnen. Ab 1957 begann die Entwicklung der ersten Industrieroboter. Der amerikanische Autohersteller General Motors setzte die „Unimate“ genannte Technik ab 1959 als Prototyp und ab 1961 ganz regulär am Fließband ein.

Innovation und Weiterentwicklung

Trotz des erfolgreichen Einsatzes und der raschen Weiterentwicklung der neuen Fertigungstechnik setzten die Unimates sich in den USA zunächst nur langsam durch. Erst als in den 60er-Jahren Japan im großen Stil begann, Robotik in der industriellen Fertigung einzusetzen, wurde die Industrie auch in anderen Märkten auf die Fortschritte, die die Technologie seit den 50ern gemacht hatte, aufmerksam. Von 1970 an setzte etwa Mercedes Benz in Deutschland hydraulische Industrieroboter ein.

Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb die Automobilindustrie Innovationstreiber für die Automatisierungsbranche. Wachsende Ansprüche an Belastbarkeit und Flexibilität der Roboterarme sorgten für spannende Entwicklungen. Vielgelenkige Arme, die auch schwere Lasten heben oder sehr präzise Arbeiten ausführen können, sind heute selbstverständlich.

Gegenwart und Zukunft: So unterstützt die Robotik die Industrie heute

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts kommen Roboter und Automatisierungstechnik daher in immer mehr Bereichen zum Einsatz. Auch abseits der Industrie spielt die Technologie eine wachsende Rolle. Große Warenlager oder Sortieranlagen bei Logistikunternehmen zum Beispiel wären heute ohne Robotertechnik kaum denkbar.

Vor allem die Digitalisierung und Vernetzung der Technologie hat in den letzten Jahren große Fortschritte ermöglicht. Davon profitieren einerseits vollautomatisierte Produktionsstraßen, die viele standardisierte Produkte weitgehend autonom produzieren können. Vor allem aber haben die Fortschritte der letzten Jahre die Entwicklung leistungsfähiger Cobots möglich gemacht.

Cobots helfen Menschen unmittelbar bei der Arbeit. Beim Schweißen, Palettieren oder Maschinenbeladen zum Beispiel unterstützen Cobots als leistungsfähige Werkzeuge die Arbeit und sorgen so für höhere Effizienz im Produktionsbetrieb. Künstliche Intelligenz und eine noch stärkere Vernetzung der Cobots mit der übrigen Produktionstechnik, werden die Nutzung in den kommenden Jahren weiter vereinfachen. Etwa über intelligente Interfaces, die die Bedienung der Systeme ohne händischen Input möglich machen.

Friederic Beck

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