Russland wegen Spionage in Deutschland verurteilt

BERLIN (dpa) – Ein deutsches Gericht hat am Mittwoch einen Russen wegen Spionage zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, in einem Fall, in dem ihm vorgeworfen wird, dem russischen Geheimdienst Informationen über europäische Raketen geliefert zu haben.

Der Angeklagte, der nach deutschen Datenschutzbestimmungen nur als Ilnur N. identifiziert wird, arbeitete bis zu seiner Festnahme im Juni als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Professors für Naturwissenschaften und Technik an der Universität Augsburg.

Das Landgericht München habe festgestellt, dass er akzeptiert habe, für einen russischen Geheimdienst zu recherchieren, berichtete die deutsche Nachrichtenagentur dpa.

Staatsanwälte sagten, Russland habe sich regelmäßig mit einem Auslandsgeheimdienstmitarbeiter des SVR getroffen und ihn mit Informationen über Luft- und Raumfahrtforschungsprodukte versorgt, insbesondere über die verschiedenen Entwicklungsstadien der Raumsonde Ariane. Insgesamt soll er 2.500 Euro in bar erhalten haben.

Als sein Prozess im Februar eröffnet wurde, stritt der 30-Jährige vor Gericht ab, ein Agent gewesen zu sein. Er behauptet, öffentlich zugängliche Informationen nur an einen Mitarbeiter des russischen Konsulats in München weitergegeben zu haben, weiß aber nichts über die Aktivitäten des Mannes mit dem russischen Geheimdienst.

Er fügte hinzu, er könne sich nicht vorstellen, dass der russische Geheimdienst in irgendeiner Weise an öffentlich zugänglichem Material interessiert sei.

Rafael Schröder

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