Seit einigen Wochen gab es in deutschen Geschäften ein wachsendes Problem mit der Verfügbarkeit von Öl, Mehl oder Senf. Besorgt über die Knappheit des Produkts kauften die Kunden es in großen Mengen, was zu Lieferengpässen führte. Bald könnte die gleiche Situation für andere Lebensmittelprodukte gelten.
Der Krieg in der Ukraine beeinflusst nicht nur die Lage auf den Finanz- und Kraftstoffmärkten, sondern auch die Verfügbarkeit von Produkten in den Geschäften. Bestes Beispiel ist der Warenrückgang in den beliebtesten deutschen Geschäften wie Edeka, Rewe oder Kaufland.
Anstehende Probleme mit der Feed-Verfügbarkeit
In den letzten Tagen ist zu beobachten, dass tierische Produkte in den Verkaufsregalen immer knapper werden. In den kommenden Monaten könnte das Problem der Bio-Geflügelzüchter, die Gefahr laufen, geeignete Futterqualität zu verlieren, sehr sichtbar werden. Dies sollte eine der schwerwiegenderen Folgen der russischen Invasion in der Ukraine sein.
Der Präsident des Verbandes der deutschen Geflügelwirtschaftszentren, Friedrich-Otto Ripke, wies darauf hin, dass diese Frage der Futterverfügbarkeit weitreichende Folgen haben könnte. – Biobauern waren die ersten, die vom Krieg betroffen waren. Wir werden bald eine echte Krise in der Versorgung mit Bio-Futter, insbesondere Protein, erleben“, sagte er. Derzeit erlaubt eine solche Bestandsbildung den Lieferanten, nur bis Juni oder Juli zu liefern.
Züchter können ihre Tiere mit konventionellem Futter füttern, verlieren aber ihren ökologischen Status. Schlechte Nachrichten insbesondere für Ökolandwirte und auch für die Kunden selbst, die großen Wert auf die Herkunft ihrer Produkte legen. Ripke forderte daher die Bundesregierung auf, die Verpflichtung zur Verwendung von Bio-Futtermitteln vorübergehend auszusetzen, um „schwierige Zeiten“ abzudecken.
Problematische Passausgabe aus der Ukraine
Vor Ausbruch des Krieges war die Ukraine einer der Hauptproduzenten von Bio-Futtermitteln und einzelnen Futterkomponenten. Wenn weitere Importe aus der Ukraine nicht möglich sind, werden viele lokale Farmen leiden. Etwa 12 % der deutschen Legehennen sollen laut Verband in Bio-Betrieben gehalten werden.
Konventionelle Tierhalter stehen vor dem gleichen Problem. Eine ähnliche Entwicklung gebe es laut Ripke bei gentechnikfreien Futtermitteln. Auch hier kommen die meisten Köder aus der Ukraine.
Quelle: derwesten.de / Foto: depositphotos.com von Wavebreakmedia



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