Morawiecki bei ARD: Sanktionen greifen nicht | Deutschland – aktuelle deutsche Politik. DW Nachrichten auf Polnisch | DW

In einem Interview mit Deutschlands erstem öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm ARD betonte der polnische Regierungschef, man müsse mehr Druck auf Russland ausüben. „Sanktionen sind die wichtigste Maßnahme, um Putin zu stoppen. Entweder wir gewinnen diesen Krieg militärisch, was die Ukraine versucht, oder wir gewinnen ihn wirtschaftlich“, sagte Mateusz Morawiecki.

Der polnische Ministerpräsident urteilte, dass die bisher eingeführten Beschränkungen nicht die gewünschte Wirkung zeigten. „Sanktionen wirken nicht, der beste Beweis dafür ist der Wechselkurs des Rubels, der jetzt stärker ist als vor dem Krieg“, sagte er. Er argumentierte, dass er als polnischer Regierungschef alles in seiner Macht Stehende tue, um die Sanktionen zu verschärfen.

Morawiecki räumte ein, dass die europäische Wirtschaft durch die Sanktionen Verluste erleiden würde. Die Inflation wird steigen und das Wirtschaftswachstum sinken. „Aber das ist der Preis, den wir für die Freiheit und Souveränität nicht nur der Ukraine, sondern auch anderer Länder zahlen müssen. Das ist der Preis für Frieden und Sicherheit.“ Polens Ministerpräsident erneuerte seine Forderung, die Einfuhren von russischem Öl und Gas nach Europa auszusetzen.

Gespräche helfen Putin

Der polnische Regierungschef hat erneut die Gesprächsführung westlicher Politiker mit dem russischen Präsidenten kritisiert. „Das Gespräch mit Putin verleiht ihm Glaubwürdigkeit, und meiner Meinung nach hat er an Glaubwürdigkeit verloren. Putin steht an der Spitze dieser Kriegsmaschinerie und ist persönlich verantwortlich für alle Kriegsverbrechen und Völkermorde, die in der Ukraine stattgefunden haben“, sagte er.

Laut Morawiecki macht es derzeit keinen Sinn, Gespräche mit Moskau zu führen, weil die russische Seite nicht die guten Absichten habe, zu einer Einigung zu gelangen, und Russland durch Verhandlungen nur versuche, Zeit zu gewinnen. Seiner Einschätzung nach gingen die Verbrechen Russlands gegen die Ukraine während der laufenden Gespräche weiter.

Das Interview mit Mateusz Morawiecki wurde am Freitag (8., 22. April) in der Sendung Tagesthemen im ARD-Fernsehen ausgestrahlt.

(ARD / er)

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Ricarda Maier

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