Der einflussreiche Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview für die Aufhebung des Zölibats für Priester in der durch den Pädophilie-Skandal in einer tiefen Krise befindlichen deutschen katholischen Kirche ausgesprochen.
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„Für viele Priester wäre es besser, wenn sie heiraten würden“, sagte der Prälat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung daily.
„Ich frage mich, ob (zölibatäre Priester) als Grundvoraussetzung für jeden Priester eingeführt werden sollten. Ich denke, so kann es so nicht weitergehen“, ergänzte der Geistliche, ein „Gemäßigter“ innerhalb der deutschen katholischen Kirche, der sich in der Vergangenheit offen für die Aufhebung des Zölibats gezeigt hat. , insbesondere in Gebieten, in denen in Lateinamerika ein großer Bedarf an Pastoren besteht.
„Ich sage das immer zu jungen Priestern. Alleine zu leben ist nicht so einfach“, fuhr er fort und forderte eine substanzielle Diskussion zu diesem Thema.
„Und wenn jemand sagen würde: Ohne Zölibatspflicht würden sie alle heiraten! Meine Antwort ist: na und! Wenn sie alle heiraten würden, wäre das zumindest ein Zeichen dafür, dass es nicht geklappt hat.“
Diese Aussagen von ungewöhnlicher Klarheit stehen vor einer neuen Sitzung der deutschen Synode, die 2023 die Modernisierung einer Institution anleiten soll, die mit flüchtigen Gläubigen und Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Priester zu kämpfen hat.
Zu den Hauptthemen der Synode, die von Konservativen und dem Vatikan mit Argwohn betrachtet werden, gehören verheiratete Priester und ein größerer Platz für Laien und Frauen.
Die katholische Kirche ist mehr denn je von Kritikern wegen ihres Umgangs mit den Pedokrim in ihr kritisiert worden.
Ein vom Kardinal München in Auftrag gegebenes unabhängiges Gutachten prangerte kürzlich die systematische Vertuschung sexueller Gewalt gegen Minderjährige im Erzbistum München und Freising zwischen 1945 und 2019 an. Der Autor wirft mehreren hochrangigen Beamten vor, nichts gegen Belästigungen unternommen zu haben einige Länder. Fälle, darunter Joseph Ratzinger, bevor er Papst Benedikt XVI wurde, und Bischof Marx.
Vor vier Jahren enthüllte ein weltweiter Bericht, dass seit 1946 in der katholischen Kirche in Deutschland mindestens 3.677 Kinder Opfer sexueller Gewalt geworden waren.
Aber die Autoren, die keinen Zugang zu allen Archiven der Kirche haben, schätzen, dass die Maut viel höher gewesen sein muss.



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