Die Zahl der ausgestellten Visa und die Zahl der Personen, die sich bei der Fremdenpolizei melden, ist in den vergangenen Tagen zurückgegangen. Das Innenministerium erteilte montags mehr als 7.000 Visa, dienstags und mittwochs etwa 5.000 Visa und donnerstags weniger als 4.000. Die meisten Menschen erhielten am Mittwoch, dem 9. März, Sondervisa, als es 17.325 interne Personen gab.
Die meisten Flüchtlinge bleiben in Prag. Das in der Hauptstadt und in der Mittelböhmischen Region gemeinsame Hilfszentrum hat bisher mehr als 56.600 Menschen behandelt.
Ab diesem Dienstag erhalten Vorkriegsflüchtlinge Visa zum vorübergehenden Schutz, die die bisher ausgestellten speziellen Langzeitvisa ersetzen. Für ältere Inhaber ändert sich nichts, die Behörden überführen sie automatisch in ein vorläufiges Sicherungssystem. Personen mit vorübergehendem Schutz können sich bis zu einem Jahr in der Tschechischen Republik aufhalten. Sie haben Zugang zu öffentlicher Krankenversicherung, Bildung, Arbeitsmarkt und Anspruch auf zusätzliche Hilfen wie zum Beispiel Unterkunft.
Wegen des Zustroms ukrainischer Flüchtlinge will die Regierung den Ausnahmezustand um rund zwei Monate verlängern. Die Mitglieder werden den Antrag auf einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag prüfen. Das Kabinett hat bisher am 4. März für 30 Tage den Notstand ausgerufen.
Bis heute hatten mehr als vier Millionen Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, die Ukraine vor der russischen Invasion verlassen. Die Mehrheit von ihnen ging nach Polen, das auf seinem Hoheitsgebiet gemäß registriert wurde UNHCR mehr als zwei Millionen Ukrainer.
In Europa ist dies die schnellste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Laut Server Sicherheit sagte Filippo Grandi, Kommissar des Büros des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen.
Viele Länder haben ihre Grenzen für Flüchtlinge geöffnet. Mehr als 300.000 Menschen aus der Ukraine kamen im ersten Monat der russischen Invasion in die Tschechische Republik, und das Land verabschiedete Gesetze, um ihnen den Zugang zu Jobs, Krankenversicherung und Studium zu erleichtern.
Auch in Deutschland erhalten Flüchtlinge aus der Ukraine bald eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, ukrainische Kinder können sofort eingeschult werden. Dänemark hat auch ein Gesetz verabschiedet, das es Flüchtlingen aus der Ukraine ermöglichen würde, sofort nach ihrer Ankunft eine Arbeit aufzunehmen, zur Schule zu gehen und Sozialleistungen zu erhalten.
In ähnlicher Weise wird Polen Flüchtlingen aus der Ukraine erlauben, legal zu arbeiten oder eine Sozial- und Krankenversicherung abzuschließen. Einige Länder wie Ungarn überdenken jedoch noch ihre Herangehensweise an das ukrainische Volk und werden Pläne entwickeln, um dem potenziellen Anstieg der Migration entgegenzuwirken.



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