winoujście: Wird diese Linie von Karnim wieder aufgebaut?

Deutschland versucht erneut, die kürzeste Verbindung zwischen der Insel Usedom und Berlin wieder aufzubauen. Auch Polen könnte von der Investition profitieren. Eine notwendige Bedingung ist jedoch die Verlegung des Militärschießplatzes durch das Gebiet, auf dem die Strecke geführt werden muss, informiert Gazeta Wyborcza in der Stettiner Ausgabe.

Um mit dem Zug von Berlin auf die Insel Usedom zu reisen, müssen heute mehr Straßen durch die Küste bei Winoujście gebaut werden, die von der UBB betrieben werden. Bis 1945 gab es eine kürzere Route über die Hängebrücke über den Fluss Piana. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Kreuzung von der Wehrmacht gesprengt und dann – nur vorübergehend – von der sowjetischen Armee wieder aufgebaut.

Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern wollen die Verbindung heute wieder herstellen. Die „südliche“ Route wird Schätzungen zufolge eine Fahrt von der Insel Heringsdorf nach Berlin in 2 Stunden und 9 Minuten ermöglichen. Derzeit dauert die Fahrt auf dieser „nördlichen“ Bahnlinie 3 Stunden 39 Minuten – viel länger als eine Autofahrt.

Aus wirtschaftlichen Gründen ist es am besten, auf polnischem Gebiet nach Winoujście zu führen – der größten Stadt der ganzen Insel und einem beliebten Kurort. Allerdings war der Vorkriegsweg gebaut worden, sodass die neue Route anders umgeleitet werden musste. Die einzig mögliche Lösung besteht darin, das derzeitige Gelände des Schießstandes der polnischen Militärgarnison am westlichen Stadtrand, 600 Meter von der Grenze entfernt, zu nutzen.

Laut Guther Jikela, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft der Eisenbahnfreunde Uznam Guther Jikela, zitiert von Gazeta Wyborcza, liegt der Schlüssel zu erfolgreichen Investitionen in den Händen der polnischen Behörden. Nach Angaben der Organisation sollten die polnische und die deutsche Seite gemeinsam eine Kofinanzierung aus dem Interreg-Fonds beantragen, aus dem Pool, der für grenzüberschreitende Verkehrsinvestitionen bereitgestellt wird. Wenn die Strecke bis nach Winoujście umgebaut wird, ist auch die Genehmigung des Verteidigungsministeriums für die Verlegung des Schießplatzes erforderlich. Der Verband forderte die deutschen Landesbehörden auf, mit der polnischen Regierung zu verhandeln.

Eine Alternative dazu ist das Ende der Warteschlange in Heringsdorf. Die nächste Fahrt nach Winoujście kann nach dem Wechsel des Zugführers erfolgen. In einem solchen Fall werden die Verluste jedoch vom Investor (die Reisezeit nach Winoujście wird länger, was die Verbindung für die Passagiere weniger attraktiv macht und die Rentabilität der Strecke verschlechtert) und den Polen getragen. Der Autor des Artikels in der Gazeta Wyborcza weist darauf hin, dass der geplante Umbau der Strecke die Zugänglichkeit des Verkehrs für Winoujście nicht nur von der Berliner Seite verbessern wird (was einen Zustrom deutscher Touristen bringen und die lokale Wirtschaft wiederbeleben wird). Noch wichtiger ist die neue, effizientere Verbindung mit Szczecin über den deutschen Pasewalk. Züge aus der Hauptstadt Vorpommerns fahren dann direkt zum linken Stadtufer, wo sich die meisten Wohngebäude befinden.

Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie für den Neubau der Strecke im Auftrag der Länder erstellt. Das Dokument wird im März fertig sein.

Ricarda Maier

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