Behörden könnten die bei Rechtsextremen und Impfgegnern beliebte App sperren, sollte sie weiterhin gegen deutsches Recht verstoßen, kündigte Innenministerin Nancy Faeser an.
Telegram ist zu einem beliebten Ort für Extremisten geworden, seine Ersteller weigern sich, Daten an die Behörden weiterzugeben
In einem Interview mit der Zeit sagte der Minister, er könne eine solche Möglichkeit nicht ausschließen, obwohl „ein Shutdown ein ernsthafter und bewährter letzter Ausweg wäre“. Faeser sagt, alle anderen Optionen sollten zuerst ausgeschöpft werden. Er fügte hinzu, dass Deutschland mit Partnern in der Europäischen Union Gespräche darüber führt, wie die Telegram-Aktivitäten in allen EU-Ländern reguliert werden können.
Dieser Messenger ist ein beliebtes Tool von Impfgegnern und Aktivisten für extreme Rechte, da die App-Entwickler sich weigern, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und Daten über Benutzer preiszugeben.
Im vergangenen Jahr brach in Deutschland ein Skandal aus, als sich herausstellte, dass in einer der Gruppen auf Telegram Vertreter der extremen Rechten Deutschlands einen Anschlag auf den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer planten. Wie das ZDF berichtete, tauschten sich Mitglieder der Gruppe Dresden Offlinevernetzung darüber aus. Es stellt sich heraus, dass deutsche Neonazis auch mit dem amerikanischen Extremisten MZWNEWS um John de Nugent kollaborierten, der sich selbst als „Aktivisten für die weiße Rasse“ bezeichnete. Amerika sollte Deutschland instruieren, wie man eine kleine Terrorzelle aufbaut und „Befehle zur Ausführung“ fordern.
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ZDF-Journalisten behaupten, dass sich etwa zehn solcher Untergruppen gebildet haben, die sich nicht nur im Internet persönlich trafen und Terroranschläge planten. Die Organisation löste sich im Dezember letzten Jahres infolge des Vorgehens der Bundespolizei in und um Dresden auf.
Markus Söder, Vorsitzender der bayerischen CSU, stand auch hinter dem möglichen Verbot von Telegram, das ausdrücklich die Einführung einer gesetzlichen Möglichkeit zur Deaktivierung der App forderte.
Die Blockade-Idee hatte jedoch viele Gegner, die sie als zu umstritten und antidemokratisch empfanden. Der FDP-Abgeordnete Konstantin Kuhle hält „das Abschalten digitaler Plattformen für einen freiheitlichen Rechtsstaat nicht geeignet“.



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