Russische Spionage und Sabotage nehmen in Europa zu – Nachrichten

Berichten zufolge nehmen russische Sabotage- und Spionageaktivitäten in Europa zu. Der Überblick.

Welchen Einfluss hat Russland in Europa? Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, warnte am Montag in einer öffentlichen Anhörung vor verstärkten russischen Aktivitäten in Deutschland: „Insbesondere die russische Spionage und Sabotage nimmt in Deutschland sowohl qualitativ als auch quantitativ zu.“ Auch der Chef des Bundesnachrichtendienstes äußerte sich dazu und sagte, die Aktivitäten Moskaus hätten ein beispielloses Ausmaß erreicht.

Moskau möchte der europäischen Gesellschaft sagen: Solange Sie bereit sind, den Krieg in der Ukraine zu unterstützen, wird Ihr Leben schwieriger und unangenehmer.

Warum hat Russland Europa sabotiert? Der russische Experte Keir Giles sieht den Mehrwert von Sabotageeinsätzen in der Informationsbeschaffung. Russland könnte auch aus den Reaktionen einzelner Länder lernen, wie sie sich schützen und gegen die Täter ermitteln. Zudem machten Sabotageakte das Leben in Europa noch unangenehmer, sagt Mark Galeotti. Er hat mehr als 30 Bücher über Russland und den Kreml geschrieben. „Moskau möchte den europäischen Bürgern sagen: Solange Sie bereit sind, den Krieg in der Ukraine zu unterstützen, wird Ihr Leben schwieriger und unangenehmer. Und Ihre Regierung kann nichts dagegen tun. „Dies ist ein gefährlicher, aber sehr effektiver Weg, die nationale Moral zu beeinflussen.“

Welche Sabotagefälle werden Russland zugeschrieben? Im vergangenen April flogen zwei verdächtige Drohnen über einen amerikanischen Stützpunkt in Deutschland und zwei deutsch-russische Verdächtige wurden wegen Spionageverdachts festgenommen. Berichten zufolge wurde im Mai ein Militärflughafen in Polen ausspioniert, mit dem Ziel eines möglichen Attentats auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Im lettischen Riga warf im vergangenen Februar jemand einen Molotowcocktail auf das Museum der sowjetischen Besatzung. Die Geheimdienste vermuten Moskau. Im vergangenen Juni wollte ein Mann in Prag nach Behördenangaben auch im Namen des Kremls Anschläge auf öffentliche Busse verüben.

Bildunterschrift: Volodimir Selenski war kürzlich im Juli zu Gast in Polen. Reuters/Lukasz Glowala

Wie weit verbreitet war die russische Sabotage? Das wahre Ausmaß des russischen Angriffs lässt sich nicht abschätzen. Viele Dinge passieren im Verborgenen.

Müssen wir Angriffe fürchten? Obwohl ein Terroranschlag nicht ausgeschlossen werden kann, beschränkte Galeotti seine Aussage: „Russland ist nicht unbedingt verpflichtet, einen aufsehenerregenden Bombenanschlag auf eine Großstadt zu verüben, denn ihr Ziel ist nicht Terror, sondern Peinlichkeit.“ Die Menschen müssen also keine Angst haben, sondern müssen wachsam sein. Denn Angst ist es, was Russland bei bestimmten Vorfällen provozieren will. Wenn wir der Angst nachgeben, werden Russlands Ziele erreicht.

Was hat Europa gegen die russische Sabotage unternommen? Viele russische Agenten seien seit 2022 aus Botschaften in ganz Europa ausgewiesen worden, sagte Galeotti. Auch am Eingang gibt es strengere Kontrollen. Auch die Rekrutierung von Agenten habe sich verändert, so der Russlandexperte: „Für den Kreml wird es zunehmend schwieriger, eigene Agenten einzustellen.“ Stattdessen wird nach zufälligen Personen gesucht. Oft sind es Kriminelle, die nicht einmal wissen, dass sie für Moskau arbeiten.“

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Lora Kaiser

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