Internet im Gefängnis: Deutsche Justizvollzugsanstalt, in der jeder Insasse sein eigenes Tablet hat

Zaun mit Tür, mit grünem Bildschirm im Hintergrund

Kredit, Getty Images

  • Autor, Clarissa Neher
  • Rollen, Von Berlin bis BBC Brasilien

E-Mails an Familie und Freunde verschicken, nach Rezepten für Mittag- oder Abendessen suchen, Sprach- und Berufskurse belegen, Arbeit oder Wohnung suchen: Einer Gruppe von Häftlingen in Berlin stehen nun alle alltäglichen Möglichkeiten zur Nutzung des Internets zur Verfügung.

In einer deutschlandweit beispiellosen Initiative testet die Hauptstadt seit Juni ein Pilotprojekt zur Digitalisierung von Justizvollzugsanstalten. In dieser ersten Phase wurden 70 Insassen eines Gefängnisses südwestlich von Berlin ausgewählt, um von der Regierung bereitgestellte Tablets zu erhalten.

Dieses Projekt ist Teil des Prozesses der Resozialisierung von Kriminellen. Neben der Bereitstellung von Berufsausbildungskursen und dem Beitrag zur Aufrechterhaltung der Beziehungen zwischen Gefangenen und ihren Familien und Freunden ermöglicht die Nutzung des Internets ihnen auch, das Gefängnis mit Aussicht auf Arbeit und Wohnung zu verlassen.

„Das Internet ist notwendig, um Kontakt herzustellen, wenn man möchte, dass ein Gefangener nach Verbüßung seiner Strafe leben kann, ohne eine Straftat zu begehen. Es hat keinen Sinn, wenn ein Gefangener nach zweiwöchiger Entlassung ins Gefängnis zurückkehrt, weil er keine Arbeit gefunden hat. oder ein Haus und musste deshalb eine Straftat begehen“, sagte Sebastian Brux, Sprecher des Ministers für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, der das Projekt koordinierte.

Ricarda Lange

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