„Unser Europa, unsere Zukunft“: das Engagement französischer und deutscher Jugend

Am 10. Februar wurden in Berlin die Ergebnisse der deutsch-französischen Bürgerkonsultation zur Zukunft Europas vorgestellt. Sie demonstrieren das Engagement der Jugend unserer beiden Länder in vielen Bereichen wie Umwelt oder Demokratie.

Laut einer während der Pandemie durchgeführten Studie der Bertelsmann Stiftung glauben 57,5 ​​% der jungen Menschen, dass sie keine Möglichkeit haben, ihre Ideen in der Politik zu äußern. 2022 als Europäisches Jahr der Jugend haben make.org und das Deutsch-Französische Jugendwerk (OFAJ) beschlossen, eine Konsultation ins Leben zu rufen, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu äußern. So haben sich zwei parallele Initiativen gebildet: „Parole aux jeunes“ auf französischer Seite und „Unser Europa, unsere Zukunft“ auf deutscher Seite.

„Was sind Ihre Prioritäten für die Zukunft Europas? („Wo liegen eure Piroritäten für die Zukunft Europas?“), diese Fragen sollen junge Bürgerinnen und Bürger zwischen 15 und 35 Jahren zwischen November 2021 und Januar 2022 online beantworten.

Insgesamt nahmen mehr als 90.000 Menschen an dem Projekt teil, 45.015 in Deutschland und 50.008 in Frankreich. In Deutschland wurden 620 Vorschläge eingereicht. Französische Männer und Frauen schlugen 2.918 Reflexionswege vor, aber sie waren weniger präzise und weniger vielfältig. In beiden Ländern waren die drei Hauptthemen, die in den Vorschlägen auftauchten, Klima, Wirtschaft und Demokratie.

Einige der Vorschläge waren sehr erfolgreich, während andere innerhalb der Konsultationen selbst kontrovers waren. Bei der Analyse der Ergebnisse hoben make.org und OFAJ 11 Prioritäten hervor, die für die deutsche und französische Jugend als die wichtigsten angesehen werden.

Vier Hauptbereiche für die Umwelt

  • Umsetzung einer gemeinsamen europäischen Politik zur Bekämpfung der Erderwärmung
  • Die Entwicklung des europäischen Schienenverkehrs
  • Beschleunigen Sie die Energiewende durch die Förderung und Produktion erneuerbarer Energien
  • Förderung einer verantwortungsvolleren Land- und Viehwirtschaft

Einer der umstrittensten Vorschläge ist der von Anika, einer 20-jährigen Politikwissenschaftsstudentin. Ziel ist es, die vegetarische und vegane Ernährung weiter zu fördern. Trotz der überwältigenden Anzahl von Vorschlägen zum Tierschutz, insbesondere in Deutschland, bezeichnete Anika es als „unlogisch“, dass 43 % der Wähler ihrem Vorschlag nicht zustimmten.

Interaktion und Demokratie in Europa

In der Kategorie „Rechte und Sicherheit“ äußerten junge Menschen den Wunsch, den Schutz der Menschenrechte in der Europäischen Union, aber auch in anderen Ländern zu gewährleisten und zu stärken, beispielsweise durch die Vermeidung von Importen von Kinderartikeln.

Junge Menschen fordern auch mehr Interaktion zwischen jungen Menschen innerhalb der EU selbst, im Rahmen von Treffen oder Austauschen in Bezug auf Studium, Arbeit, Kultur oder Sport.

Im Hinblick auf die Demokratie in Europa wurden zwei Prioritäten gesetzt:

  • Sorgen Sie für Transparenz darüber, wie die europäischen Institutionen arbeiten
  • Bürgerinnen und Bürger stärker in Institutionen einbeziehen, um Demokratie zu entwickeln

Wenn es um Gesundheit geht, fordern junge Menschen in ganz Europa eine zugänglichere Versorgung. Sie heben auch die psychische Gesundheit hervor, auf die ihrer Meinung nach besser geachtet werden sollte. In der Kategorie „Wirtschaft“ steht die Bekämpfung der Steuerhinterziehung im Vordergrund. Junge Menschen sprechen sich dafür aus, neue Technologien zu fördern und in die Umweltforschung zu investieren. Schließlich wurden viele weitere Vorschläge gemacht, insbesondere zur Einwanderung, zur Bekämpfung von Extremismus in jeglicher Form oder zur Armutsprävention.

Jetzt kennen die Politiker die Hoffnungen der Jugend. Sie haben nun die Wahl, ob sie dies bei ihrer Entscheidung berücksichtigen oder nicht.

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Friederic Beck

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