Die Walze wird in eine Dose mit weißer Farbe getaucht. Vor Freude schreiend packte Laurent es und stürzte auf die Leinwand vor ihm. Wassertropfen flogen durch den Raum, fielen auf den Boden und sprenkelten die Wände. Auf der Leinwand wird das Material unter den kleinen Handflächen des Malers ausgebreitet. „Er ist glücklich“, lächelte Lisa. Auf dem Dachboden des schönen Hauses der Familie in Bayern, Deutschland, war Laurents Mutter seit Wochen Zeuge derselben Szene. Die Acryltube ist leer, die Leinwand ist mit Farbe gefüllt, es scheint, als hätte er die gesamte Palette malerischer Bewegungen beherrscht. Laurent Schwarz, blondes Haar und verschmitztes Lächeln, ist erst zweieinhalb Jahre alt. Doch derzeit hat der Junge bereits mehr als 40.000 Bewunderer auf seinem Instagram-Accountbereit, Tausende von Euro für den Besitz eines seiner Werke zu zahlen.
Ein „Genie der Malerei“, beschrieb ihn „Bild“, Deutschlands größte Tageszeitung, auf der Titelseite des 28. Mai unverblümt neben Laurents lachendem Gesicht. Am selben Tag, Eure Majestät Londoner Zeit Ihn als „den kleinen Picasso“ einzuweihen, das ist alles. „Wir haben nicht gemerkt, was ihm alles passiert ist“, sagte seine Mutter. In wenigen Wochen hat Lisa Schwarz, 32, ein Phänomen rund um ihren Nachwuchs aufgebaut. Der Abschied von der Welt der zeitgenössischen Kunst bringt manchmal Schock, manchmal Zweifel mit sich.



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