Die Bundesregierung kämpft gegen Fake News

Fake News, also über das Internet verbreitete Desinformationen, sind eine globale Herausforderung, insbesondere für demokratische Regierungen. Auch Halbwahrheiten, staatlich gelenkte Desinformationskampagnen, Verschwörungstheorien oder Propaganda bekämpft Deutschland durch transparente und faktenbasierte Informationen.

Wer ist für die Kontrolle und Korrektur von Fake News verantwortlich?

Im Falle der Berichtigung bestimmter Falschinformationen bittet Deutschland um die Unterstützung der jeweils zuständigen Ministerien. Zum Beispiel an das Gesundheitsministerium, wenn es um die fiktiven Gefahren des Coronavirus-Impfstoffs geht, oder an das Außenministerium, wenn es falsche oder irreführende Aussagen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gibt.

Neben der Korrektur konkreter Fake News gliedert sich die Bekämpfung von Fake News in mehrere Schritte.

1. Erkennung und Analyse von Desinformation

Ministerium und Behörden verfolgen die Nachrichtenlage. Beispielsweise unterhält das Außenministerium ständige Kontakte zu internationalen bilateralen Partnern Deutsch und mit Organisationen wie der EU, G7 oder der NATO. Auch Sicherheitsbehörden wie das Bundesamt für Verfassungsschutz sammeln und analysieren Informationen.

2. Koordinierte Reaktionen

In Krisenzeiten sind agile Reaktionen auf Falschinformationen von entscheidender Bedeutung. So leitet beispielsweise das Bundesinnenministerium seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine Arbeitsgruppe, die sich vor allem mit russischer Desinformation befasst und den Austausch und die Reaktionen der betroffenen Ministerien koordiniert.

3. Fehlinformationen bekämpfen

Fake News verbreiten sich vor allem über soziale Netzwerke. Deshalb ist das Erste und Wichtigste, dass die Betreiber gegen Desinformation vorgehen. Dazu müssen das Netzüberwachungsgesetz (NetzDG) ​​in Deutschland und das Digitaldienstegesetz auf europäischer Ebene die Betreiber dazu bringen, ihrer Verantwortung nachzukommen.

4. Identifizierung und Überwachung der Situation

Über bestimmte Einzelfälle hinaus folgt die Verbreitung falscher Informationen bestimmten Mustern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wissenschaftliche Forschungsprojekte zu diesem Phänomen.

5. Bewusstsein der Bürger

Der wichtigste Schritt im Kampf gegen Fake News ist Aufklärung und Sensibilisierung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt das Projekt „Demokratie Leben!“ mit 14 Kompetenzzentren und mehr als 600 Aktionen mit einem Jahresbudget von 165,5 Millionen Euro. Auch Bildung und Demokratieförderung gehören zu den Aufgaben der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB).

6. Europäisches Netzwerk zur Bekämpfung von Propaganda

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit Frankreich und Polen ein Frühwarn- und Reaktionssystem implementiert, um Informationsmanipulation und Einflussnahme aus dem Ausland entgegenzuwirken. Nachdem Paris, Warschau und Berlin die Existenz mehrerer russischer Propaganda- und Fake-News-Netzwerke zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung in europäischen Ländern aufgedeckt hatten, beschlossen sie, solche Maßnahmen zu ergreifen.

7. Künstliche Intelligenz spürt Fake News auf

Künstliche Intelligenz (KI) wird oft zur Verbreitung falscher Informationen eingesetzt, kann aber auch dabei helfen, Fake News zu erkennen. In Deutschland hat das Forschungszentrum Informatik (FZI) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) das Projekt DeFaktS gestartet. Durch dieses Programm wird die KI darauf trainiert, Desinformationen über verdächtige Social-Media-Dienste und Nachrichtengruppen zu erkennen und davor zu warnen.

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Rafael Schröder

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