Mit der teilweisen Legalisierung von Marihuana änderte Deutschland seine Drogenpolitik

Berlin, 22. März (EFE).- Nach jahrelangen Diskussionen hat Deutschland an diesem Freitag mit der Verabschiedung eines Gesetzes zur teilweisen Legalisierung von Cannabis durch den Bundesrat, das Unterhaus, in dem die Regierung vertreten ist, eine Wende in seiner Drogenpolitik vollzogen. von 16 Bundesländern.

In den Debatten der letzten Monate wurden viele der seit Jahrzehnten von Befürwortern und Gegnern der Legalisierung vorgebrachten Argumente wiederholt.

Die Zustimmung des Bundesrates war bis zum letzten Moment fraglich, da mehrere Bundesländer, deren Regierungen von der CDU und Bayern von der CSU geführt werden, ihre Ablehnung des Bundesrates zum Ausdruck gebracht hatten. Regel.

Konservative Opposition

Zu den Hauptgegnern des Vorhabens zählen die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff und Michael Kretschmer.

Kretschmer warnte davor, dass Marihuana für viele Konsumenten ein Einfallstor zu stärkeren Drogen sein könnte. Haseloff sagte, das neue Gesetz könne sogar zu mehr Todesfällen führen, sowohl durch den Konsum selbst als auch durch damit verbundene Verkehrsunfälle.EFE

Legalisierung des Schwarzmarktes

Das Gesetz ging auf eine Initiative von Gesundheitsminister Karl Lauterbach zurück, der sich über die Zustimmung des Bundesrates freute und in seinem X-Account seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass die Legalisierung „der Anfang vom Ende des Schwarzmarkts“ sei.

Die Bekämpfung des Schwarzmarktes durch Legalisierung war eines der Hauptargumente Lauterbachs in der Debatte vor der Verabschiedung des Gesetzes gewesen.

Laut Lauterbach habe der Schwarzmarkt dort, wo eine kluge Legalisierung stattgefunden habe, wie etwa in einigen US-Bundesstaaten, einen Rückschlag erlitten.

Lauterbach glaubt, dass die Legalisierung die Möglichkeit eröffnet, künftige Generationen vor Kriminalität, Schwarzmarkt und durch Bildung auch vor Konsum zu schützen.

Lauterbach selbst gab zu, schon lange gegen die Legalisierung gewesen zu sein, doch neue Daten ließen ihn seine Meinung ändern.

Drei Parteien der Regierungskoalition – die Sozialdemokratische Partei (SPD), der Lauterbach angehört, die Grünen und die Liberale Partei (FDP) – haben einen Vorschlag zur Legalisierung von Cannabis in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

„Seit Jahrzehnten kämpfen wir gegen die Ideologie der Prohibition. „Mit dem Marihuana-Gesetz beginnt eine zeitgemäße Drogenpolitik“, sagten die Grünen über ihren offiziellen X-Partei-Account.

Die Unterschiede zum Gesetz wurden bei der Abstimmung in Sachsen deutlich, wo es eine Koalition unter Führung der CDU aus SPD und Grünen gab. Kretschmer stimmte als Ministerpräsident dagegen, Wirtschaftsminister Martin Dulig von der Sozialdemokratischen Partei enthielt sich der Stimme.

Dies führte dazu, dass die Abstimmung in Sachsen als ungültig gewertet wurde, da jedes Bundesland alle seine Stimmen für dieselbe Option abgeben musste.

Der Kauf und Verkauf bleibt weiterhin verboten

Das zuvor vom Bundestag verabschiedete Gesetz erlaubt den Besitz von bis zu 25 Gramm im öffentlichen Raum und bis zu 50 Gramm in Privathaushalten sowie den Anbau von bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf. .

Nach Zustimmung des Bundesrates könnte das Gesetz nach der Ratifizierung durch Bundespräsident Frank Walter Steinmeier am 1. April in Kraft treten.

Für Minderjährige bleibt der Besitz und Konsum von Cannabis weiterhin verboten und auch im Umfeld von Schulen und Kindertagesstätten sowie in Fußgängerzonen vor 20 Uhr ist der Konsum verboten.

Der Verkauf und Kauf von Marihuana bleibt weiterhin verboten, aber Verbraucher, die die Pflanze nicht in ihrem eigenen Zuhause besitzen möchten, können sich in gemeinnützigen Anbauvereinen mit bis zu 500 Mitgliedern organisieren.

Minderjährige dürfen keine Mitglieder dieses Vereins sein und Erwachsene dürfen nur Mitglieder des Vereins sein und müssen sich aktiv an der Kultivierung beteiligen. Eine Mitgliedschaft in einem Verein als bloßer Verbraucher ist nicht vorgesehen.

Nach 18 Monaten soll eine Evaluierung der Auswirkungen des Gesetzes erfolgen.

Rodrigo Zuleta

(c) EFE-Agentur

Friederic Beck

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