Der zweimalige Weltmeister Deutschland schaffte es nach einem 1:1-Unentschieden gegen Südkorea nicht ins Achtelfinale der Weltmeisterschaft

Nach dem Debüt mit einem überwältigenden 6:0-Sieg gegen Marokko war das vorzeitige Ausscheiden Deutschlands aus der Frauen-Weltmeisterschaft schwer vorstellbar.

Durch ein 1:1-Unentschieden gegen Südkorea zum Abschluss der Gruppenphase am Donnerstag liegt Deutschland auf dem dritten Platz der Gruppe H, hinter Kolumbien und Marokko. Am Ende war Marokko das Team, das Deutschland mit einem unerwarteten 1:0-Sieg gegen Kolumbien im zeitgleichen Spiel am anderen Ende des australischen Kontinents den letzten Schlag versetzte.

Deutschland, das in der FIFA-Nationalmannschaftsrangliste auf dem zweiten Platz liegt, musste nach der 1:2-Niederlage gegen Kolumbien am Sonntag einen Einbruch hinnehmen und musste deshalb sein drittes Spiel gewinnen, um in die nächste Runde einzuziehen.

Angeführt von Kapitänin Alexandra Popp erspielte sich Deutschland viele Torchancen, schaffte aber nicht den Treffer, der für den Einzug ins Achtelfinale gesorgt hätte. Sie schlossen mit drei Punkten ab, während Kolumbien und Marokko sechs Punkte hinzufügten.

Südkorea ging in der sechsten Minute in Führung, als Lee Young-ju einen Pass auf Cho So-hyun schirmte, der genug Platz zum Abschluss hatte.

In der 42. Minute glich Popp mit einem Kopfball nach Mittelstürmerin Svenja Huth für Deutschland aus.

In den bisherigen acht Ausgaben der Frauen-Weltmeisterschaft erreichte Deutschland jeweils mindestens das Viertelfinale. Doch als Marokko in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch ein Tor gegen Kolumbien in Führung ging, hatte Deutschland Probleme – ein 1:1-Unentschieden reichte nicht.

Trotzdem nahm sich Trainerin Martina Voss-Tecklenburg lieber die Zeit, ihren Spielerinnen zu sagen, dass es wichtig sei, wieder zu punkten.

„Wir wussten es nach der 85. Minute“, sagte Deutschlands Torhüterin Merle Frohms. „Unsere Trainer wollen nicht, dass wir nervös werden, weil wir uns zur Halbzeit gegenseitig Ergebnisse liefern.“

Deutschland attackierte in den letzten Minuten, erzielte den Siegtreffer und war kurz davor, als Popps Kopfball die Latte traf.

Als der Schlusspfiff ertönte, liefen die deutschen Spieler völlig fassungslos über das Spielfeld.

„Wir sind alle sprachlos“, sagte die deutsche Mittelfeldspielerin Lena Oberdorf. „Wir konnten den Schlüssel nie finden. „Wir konnten unser Spiel nie aufgeben.“

Bei aller Glaubwürdigkeit ist sich Deutschland inzwischen darüber im Klaren, dass ein größeres Turnier – mit 32 Mannschaften – und größere Investitionen in den Frauenfußball dazu führen, dass das Weiterkommen zur Weltmeisterschaft kein komfortables Unterfangen mehr ist.

„Wir haben in diesem Turnier noch etwas anderes verloren“, gab Oberdorf zu. „Der Frauenfußball wächst und es ist schwierig, sich für die zweite Runde zu qualifizieren. Das ist klar.“

Südkorea belegte mit einem Punkt den letzten Platz in der Gruppe, konnte sich aber mit einem Unentschieden gegen die Spitzenreiter trösten.

Herrick Vogt

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