„Kino, mein Schatz! “ von Driss Chouika

Chronik „Kino, meine Liebe!“ von Driss Chouika – DIESER FLUCH, DER DAS NATIONALE KINO WEITER IN DEN TIEFE drückt!

„Papas Kino ist tot. Wir glauben an ein neues Kino… Dieses neue Kino erfordert neue Freiheiten. Staaten müssen sich vom korporatistischen Konformismus, vom Einfluss kommerzieller Partner, von der Bevormundung durch Interessengruppen befreien.“ Oberhausener Manifest, 28. Februar 1962.

Das Neue Deutsche Kino oder Junge Deutsche Kino ist eine deutsche Filmbewegung, die in den frühen 1960er Jahren nach der französischen Neuen Welle und dem brasilianischen Cinema Novo entstand. Einige Kritiker führen seine Entstehung auf den Film „Unversöhnt“ von Jean-Marie Straub zurück, andere auf den Film „Aguirre, der Zorn Gottes“ von Werner Herzog, wieder andere auf den Film „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“. Ausgangspunkt dieser Bewegung war jedenfalls das Oberhausener Manifest, das am 28. Februar 1962 anlässlich der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen veröffentlicht und von einer Gruppe damals 26 junger Filmemacher, darunter Alexander Kluge und Hans-Jürgen, unterzeichnet wurde Pohland, zu dem sich später auch berühmte Filmemacher wie Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Werner Herzog, Margarethe von Trotta und Rainer Werner Fassbinder gesellten.

Diese Filmemacher hatten die starke Absicht, sich vom reinen Unterhaltungskino, das sie „Vaterkino“ nannten, zu distanzieren, indem sie soziale und politische Kritik in den Mittelpunkt ihrer thematischen und ästhetischen Anliegen stellten. Dieses Manifest wäre ein vielversprechender Start für die Entstehung und Konsolidierung des Neuen Deutschen Kinos, das mit den verschiedenen Schulen des „Autorenkinos“ auf der ganzen Welt verbunden ist. Es handelte sich um eine neue Generation von Bürgerfilmemachern, die nach dem Albtraum des Nationalsozialismus mit neuen intellektuellen, thematischen und ästhetischen Ansätzen hervortraten und in einem gemeinsamen Projekt vereint waren, das aus einem wirklich demokratischen sozialen und kulturellen Wiederaufbau Deutschlands bestand.

Ein vielversprechender Anfang

Auf den Filmfestspielen von Cannes 1966 wurde der Neue Deutsche Film durch den mit dem Kritikerpreis ausgezeichneten Film „The Troubles of the Torless Student“ von Volker Schlöndorf einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dann wurde dieser Trend 1968 durch den Film von Alexander Kluge bestätigt, der auf seinem eigenen Roman über die Studentenprotestbewegung vom Mai 1968 basiert: „Künstler unter den Zelten: verwirrt“, der in der Mostra von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.

Dieses Neue Deutsche Kino möchte über den traditionellen deutschen Film hinausgehen und Nachwuchs liefern, der die zu langweilige Filmproduktion wiederbeleben und beleben kann. Daher änderten die Regisseure dieser Bewegung die alten Regeln des Kinomachens und ersetzten klassische Ideen durch ihre neuen künstlerischen Ideen und Visionen, die stark von linken politischen Ideologien beeinflusst waren und den bürgerlichen Institutionen der damaligen Zeit äußerst kritisch gegenüberstanden.

HOHE 70ER

Nach ersten Erfolgen entstanden neue nationale und regionale Filminstitutionen zur Stärkung der nationalen Kinoinfrastruktur in Deutschland. Auch das Fernsehen engagierte sich, indem es Mittel zur Beteiligung an der Produktion von Kinofilmen bereitstellte. So folgten die kritischen und kommerziellen Erfolge der berühmtesten Regisseure der Bewegung aufeinander, wobei Rainer Werner Fassbinder im Wiederaufbau nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs zum prominentesten Sprecher, Kameramann und Porträtmaler Westdeutschlands avancierte. Krieg.

Der Erfolg der Filme von Wim Wenders, Volker Schlöndorf, Werner Herzog, Margarethe von Trotta… wurde durch den großen Erfolg der Trilogie „Die Hochzeit der Maria Braun“, „Lola, eine deutsche Frau“ und „Lola, eine deutsche Frau“ von Rainer Werner Fassbinder gekrönt „Das Geheimnis der Veronica Voss“. Leider hielt der Erfolg dieser Bewegung nicht lange an. Wie fast alle großen Erlebnisse erlebte auch das Neue Deutsche Kino einen ziemlich schnellen Niedergang und verschwand mit seinem prominentesten Vertreter, Rainer Werner Fassbinder, der am 10. Juni 1982 im Alter von 37 Jahren vorzeitig verstarb.

Doch auch wenn er nach zwanzig Jahren seines Bestehens verschwand, hinterließ er mit einem äußerst originellen Meisterwerk seine Spuren in der Geschichte des internationalen Kinos.

REPRÄSENTATIVER FILM

„Unversöhnt“ von Jean-Marie Straub (1965); „Die Künstler unter dem großen Gipfel: verwirrt“ von Volker Schlöndorff (1968); „Liebe ist kälter als der Tod“ von Rainer Werner Fassbinder (1969); „Aguire, Der Zorn Gottes“ von Werner Herzog (1972); „Petra von Kants bittere Tränen“ von Rainer Werner Fassbinder (1972); „Jeder heißt Ali“ von Rainer Werner Fassbinder (1974); „Das Reich des Kaspar Hauser“ von Wernwe Herzog (1974); „Alice in the City“ von Wim Wenders (1974); „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta (1975); „American Friends“ von Wim Wenders (1977); „Hitler, der deutsche Film“ von Hans-Jürgen Syberberg (1977); „Das zweite Erwachen der Christa Klages“ von Margarethe von Trotta (1978); „Messer im Kopf“ von Reinhard Hauff (1978); „Nosferatu: Geister der Nacht“ von Werner Herzog (1979); „Die dritte Generation“ von Rainer Werner Fassbinder (1979); „Die Hochzeit der Maria Braun“ von Rainer Werner Fassbinder (1979); „Drum“ von Volker Schlöndorff (1979); „Palermo“ von Werner Schroeter (1980); „Deutschland, die bleiche Mutter“ von Helma Sanders-Brahms (1980); „Berlin Alexanderplatz“ von Rainer Werner Fassbinder (1980); „Boot“ von Wolfgang Petersen (1981).

Lora Kaiser

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