Die Ukraine lockt deutsche Unternehmen – DW – 26.10.2023

Auf den ersten Blick mag es paradox erscheinen, denn dieses Land befindet sich im Krieg. Ukraine Sie kämpfen seit mehr als 600 Tagen gegen Russland und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Innerhalb der deutschen Wirtschaft besteht jedoch großes Interesse an Investitionsmöglichkeiten in der Ukraine.

„Wer jetzt investiert, wird nach dem Krieg riesige Gewinne machen“, versprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ihre Idee: Je mehr ausländische Unternehmen sich schnell engagieren, desto besser sind ihre Aussichten auf wirtschaftliche Gewinne. Dem stimmt die Bundesregierung zu: „Wer heute in die Ukraine investiert, investiert in einen künftigen EU-Mitgliedsstaat, der Teil unserer Rechtsgemeinschaft und unseres Binnenmarktes sein wird“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz auf einer Konferenz. Berlin.

Die Garantie ist wirksam

Um Risiken für Unternehmen zu minimieren, bestehen staatliche Investitions- und Exportgarantien. Auch Schäden, die durch Kampfeinsätze verursacht werden, sind abgedeckt. Das sei ein „starkes Signal“, sagen Experten. 14 Investitionsgarantien im Gesamtwert von 280 Millionen Euro seien an deutsche Unternehmen vergeben worden, weitere 30 Projektvorschläge seien in Arbeit, so der Vizepräsident des Europäischen Ostkomitees. Deutsche Wirtschaft, Christian Bruch Was jetzt am meisten benötigt wird, ist eine Versicherung für Transporte durch die Ukraine.

Potenzial in vielen Branchen

Vor dem Krieg machten etwa 2.000 deutsche Unternehmen Geschäfte mit der Ukraine. Bisher sind nur wenige in den Ruhestand gegangen. Für die Kanzlerin ist das nicht überraschend, denn das wirtschaftliche Potenzial ist groß. „Nicht nur im Energiesektor, sondern auch in der Zulieferindustrie, im Agrarsektor und bei wichtigen Rohstoffen.“

Oliver Gierlichs, Direktor von Bayer Ukraine, lebt in Kiew und sicherzustellen, dass „die Stadt sehr gut geschützt ist“. Das deutsche Unternehmen, das seine Investitionen im Land erhöhen will, liegt in einer Region, „in der die Kriegsgefahr relativ gering ist“. „Das berücksichtigen wir natürlich. Es gibt kein Nullrisiko, aber aus unserer Sicht ist das Risiko beherrschbar“, sagte Gierlichts.

Strom und Heizung werden benötigt

Die Ukraine bietet derzeit mehr Chancen als Risiken, insbesondere für Sektoren, die für diesen Krieg von entscheidender Bedeutung sind. Von Oktober bis März bombardierte Russland vor allem die Energieinfrastruktur der Ukraine.

Das Ziel der Energieversorger der Ukraine ist Behebung von Kriegsschäden im Stromnetz und verbessern gleichzeitig die Energieeffizienz des gesamten Netzes. Wer die dafür nötige Technik oder sogar ein Notstromaggregat bereitstellen kann, wird viel Geld verdienen.

Allerdings war die deutsche Rüstungsindustrie zweifellos diejenige, die die besten Geschäfte machte. Ein Beispiel ist Rheinmetall, das über verschiedene Geschäfte im Bereich Service, Wartung, Montage, Produktion und Entwicklung von Militärfahrzeugen verfügt und mit dem ukrainischen Staatsunternehmen (Ukrainian Defence Industries JSC) verbunden ist.

Ein weiteres Beispiel ist die Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG), die fast 700 gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine geliefert hat und an der dänischen Grenze 1.600 Mitarbeiter beschäftigt. Das norddeutsche Unternehmen hat sogar eine Tochtergesellschaft in der Ukraine gegründet, wo Dennis Bürjes CEO ist. „Ziel ist nicht nur die Lieferung der Fahrzeuge, sondern auch die laufende Wartung und natürlich die Zusammenarbeit mit der Ukraine“, sagte Bürjes.

(mn/md)

Lora Kaiser

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