Warum hat die Stadt Linz eine Straße zu Ehren von Ferdinand Porsche umbenannt?

Das Heimatland Adolf Hitlers, das 1938 von Nazi-Deutschland annektiert wurde, präsentierte sich lange Zeit als Opfer des Nationalsozialismus. Doch seit Ende der 1980er Jahre wurde die Verantwortung Österreichs für die Massenverbrechen des Hitler-Regimes von den Behörden des Landes nach und nach anerkannt.

Verantwortungseingeständnis von Ferdinand Porsche

Die Gemeinde Linz, eine Gemeinde in Oberösterreich, die weniger als 200 km von Wien entfernt liegt, untersuchte die Angelegenheit und legte einen von einer Expertengruppe erstellten Bericht vor Ferdinand Porsche in der Kategorie „diejenigen, die sich aktiv verbreiten“ Rassistische und antisemitische Ideologie der Nazis.

Dieser Bericht sorgte angesichts der Berühmtheit der Figur für Aufsehen. Er wurde 1875 in einer kleinen Stadt im Österreichisch-Ungarischen Reich geboren, war eingebürgerter Deutscher, wurde zunächst Ingenieur, dann Geschäftsmann und spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte des Automobils und der Luftfahrt. Er wird oft als Erfinder der Elektroautos und Hybridautos zu Beginn des 20. Jahrhunderts dargestellt. 1923 gründete er das Unternehmen Daimler-Mercedes-Benz die heute noch existiert. Einige Jahre später eröffneten er und sein Sohn in Stuttgart ein eigenes Unternehmen und gaben ihm den Namen.

Der Erfolg dieser Branche erregte die Aufmerksamkeit von Adolf Hitler, der Autos in Deutschland demokratisieren wollte. Damit hatte Ferdinand Porsche die Freiheit, das „Volksauto“, zu Deutsch: das, zu entwickeln Volkswagen.

Nach seinem Eintritt in die NSDAP wurde Porsche, wie viele deutsche Industrielle, von Adolf Hitler zum Koordinator der industriellen Kriegsanstrengungen ernannt. Flugzeugmotoren, Munition, Waffen und Militärfahrzeuge wurden dann unter seine Kontrolle gestellt. Während der französischen Besatzung war er für die Kontrolle der industriellen Zusammenarbeit verantwortlich, die den Mitarbeitern des Peugeot-Werks in Sochaux auferlegt wurde. Nachdem er Hitler selbst denunziert hatte: „ihre bösen Absichten und ihre Akte des Widerstands und der Sabotage“, deportierte er die Arbeiter seines Unternehmens und acht Direktoren. Am Ende des Krieges wurde Ferdinand Porsche gefangen genommen und eingesperrt. Aufgrund einer Depression starb er 1951, ohne den außerordentlichen Erfolg seiner Marke miterleben zu können.

Eine „rue Ferdinand Porsche“?

Um das Andenken dieses großen Industriellen zu ehren, beschloss die Stadt Linz im Jahr 1954, einer der Straßen der Stadt seinen Namen zu geben. Doch jüngste Enthüllungen über seine Nazi-Vergangenheit veranlassten gewählte Beamte zum Rücktritt. Diese Entscheidung fiel nicht einstimmig, wie ein Sprecher des Porsche-Konzerns meinte:dass kein gesellschaftlicher Fortschritt erreicht werden kann, indem man die Geschichte aus dem öffentlichen Raum löscht.“

Die Ferdinand-Porsche-Straße heißt jetzt Wittgensteinweg. Deshalb beschloss die Stadt schließlich, einen Philosophen statt eines Chefs zu ehren. Ist das sozialer Fortschritt?

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Lora Kaiser

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