Wie die Deutschen Berlins Position zum Israel-Hamas-Konflikt sehen – DW – 12.11.2023

Eine am Sonntag (11.12.) veröffentlichte Meinungsumfrage ergab, dass weniger als die Hälfte der Bundesbürger der Meinung ist, dass die Haltung der Bundesregierung im Umgang mit der aktuellen Situation ausgewogen ist. Konflikt zwischen Israel und islamisch-fundamentalistische Gruppen Hamas.

Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts YouGov der Deutschen Presse-Agentur DPA sehen nur 39 % der Einwohner eine ausgeglichene Lage in Berlin.

Andererseits gaben 32 % der Befragten an, dass die deutsche Regierung zu sehr zugunsten des Staates Israel gehandelt habe, während 7 % der Meinung waren, dass Berlin gegenüber Palästina zu defensiv vorgegangen sei.

Der Konflikt im Nahen Osten begann am 7. Oktober, als bei Terroranschlägen der Hamas auf die israelische Bevölkerung mehr als 1.200 Menschen getötet und mehr als 200 Geiseln genommen wurden.

Israel reagierte mit intensiven Bombardierungen von Zielen in der Region Gazastreifen und später durch die Entsendung von Truppen an Land als Teil einer Militärkampagne, die darauf abzielte, die palästinensische Gruppe zu besiegen, die von mehreren Ländern als Terrororganisation angesehen wird. Bei israelischen Angriffen kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben, die meisten davon Frauen und Kinder.

Zusätzlich zu den Bombardierungen sind die Palästinenser in Gaza mit einer schweren humanitären Krise konfrontiert und das Gesundheitssystem steht kurz vor dem Zusammenbruch. Organisationen berichteten von Engpässen bei Trinkwasser, Strom, Nahrungsmitteln und Medikamenten aufgrund der israelischen Belagerung der Enklave. Laut UN reicht die zugelassene humanitäre Hilfe nicht aus, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken.

Deutsche Solidarität

Nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober versicherte die Bundesregierung Israel ihre volle Solidarität, betonte das Recht des Landes auf Selbstverteidigung und forderte im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern keinen Waffenstillstand in der Region.

Berlin unterstützt eine „humanitäre Pause“ bei der Bombardierung des Gazastreifens und kündigt an, dies auch zu tun Erhöhung der Hilfsverteilung Menschheit für Palästinensisches Gebietenthielt sich jedoch bei einer UN-Abstimmung, die einen völligen Waffenstillstand in der Region forderte.

Deutsche Behörden immer noch pro-palästinensische Proteste verbieten oder kritisieren im Land unter Berufung auf Sicherheitsbedenken und antisemitische Hassreden. Dies löste Bedenken hinsichtlich der Meinungsfreiheit aus und löste bei der arabischen Einwanderergemeinschaft des Landes Ärger aus.

Die meisten von ihnen haben Angst vor Terroranschlägen

Die YouGov-Umfrage ergab außerdem, dass die Mehrheit der Deutschen aufgrund des Israel-Hamas-Konflikts einen Terroranschlag mit vielen Opfern in Deutschland für möglich hält.

Etwa 59 % halten einen solchen Angriff für sehr oder sehr wahrscheinlich, während 27 % ihn für sehr oder eher unwahrscheinlich halten.

Hinsichtlich der möglichen Auswirkungen des Gaza-Konflikts auf Deutschland war für 25 % der Befragten die Möglichkeit eines Terroranschlags die Hauptsorge. Rund 26 % gaben dagegen die Ankunft weiterer Flüchtlinge aus dem Nahen Osten als ihre größte Angst an.

An dritter Stelle steht die Tatsache, dass der Konflikt zu einem Anstieg des Antisemitismus in Deutschland geführt hat, eine Sorge, die von 17 % der Befragten geäußert wurde.

Weitere 10 % befürchten eine Verschlechterung der Beziehungen zu Ländern mit muslimischer Mehrheit; 8 % sind eher besorgt über steigende Energiepreise; und 6 % nannten die zunehmende Feindseligkeit gegenüber Muslimen als ihre Hauptsorge.

Für die Umfrage wurden zwischen dem 3. und 7. November bundesweit 2.123 Menschen befragt.

Eiche (DW, DPA)

Ricarda Lange

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