Deutschland verteidigt die Reformen der Europäischen Union und des UN-Sicherheitsrates

„Wir brauchen Reformen der europäischen Institutionen und der Kohäsionspolitik sowie Antworten darauf, wie wir die EU als geopolitischen Akteur stärken wollen“, sagte Deutschlands Diplomatiechefin Annalena Baerbock.

In seiner Rede auf einer Konferenz der Leiter deutscher Auslandsvertretungen in Berlin verwies Baerbock auf die Unterstützung der EU-Reformen durch die Ukraine, Moldawien, die Länder des Westbalkans und künftig auch Georgien.

Er sagte, es sei an der Zeit, mutig zu handeln, „damit die künftige EU von mehr als 30 Ländern zu einer starken, handlungsfähigen Union wird“, was „interne Reformen erfordert“.

Baerbock kündigte an, dass Deutschland beabsichtige, vor dem Europäischen Rat im Dezember eine Europakonferenz einzuberufen, um zu diskutieren, welche Schritte die EU in Richtung Erweiterung und damit verbundene Reformen unternehmen muss.

Die EU hat Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien, der Türkei und der Ukraine den Status eines Kandidatenlandes zuerkannt.

Georgien und Kosovo gelten als potenzielle Kandidaten.

Baerbock verwies auch auf den UN-Sicherheitsrat, um daran zu erinnern, dass die letzte Reform des Gremiums vor 60 Jahren stattgefunden habe.

Seitdem sei Deutschland wiedervereinigt worden und etwa 60 Länder in Afrika, Lateinamerika und Asien seien unabhängig geworden.

„Sie haben das Recht, eine Stimme und einen Platz am Verhandlungstisch zu fordern“, sagte der deutsche Außenminister.

Der Sicherheitsrat hatte zunächst 11 Mitglieder, darunter fünf ständige Mitglieder, wurde jedoch 1965, zwei Jahrzehnte nach seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945), den Deutschland verlor, auf 15 Mitglieder erweitert.

Baerbock argumentiert, dass Gleiches auch für internationale Finanzinstitutionen, Gesundheitsorganisationen und Formate wie die G20 gelte, „wo beispielsweise die Afrikanische Union Anspruch auf eine dauerhafte Mitgliedschaft hat“.

Minister und Vorsitzende der Grünen erwähnten auch „Zeitenwende“, ein deutscher Begriff für sich verändernde Zeiten, in diesem Fall ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine mit seiner Invasion vor 18 Monaten.

Laut Baerbock löste der Krieg „eine neue Phase der deutschen Außenpolitik“ und einen Wandel in der Art und Weise aus, wie Deutschland seine künftige Rolle in einem vereinten Europa und in der Welt gestalten wollte.

Er argumentiert, dass es in dieser neuen Phase darum geht, Bedrohungen für die eigene Sicherheit Deutschlands im Herzen Europas zu bekämpfen.

„Zuerst müssen wir uns neu organisieren und dies politisch, wirtschaftlich, militärisch, zivil und mental stärker tun. „Wir müssen in unsere eigene Stärke investieren“, sagte er.

„Zweitens müssen wir im Ausland investieren, in europäische und transatlantische Allianzen, aber auch in neue globale Partnerschaften“, sagte er vor deutschen Diplomaten.

Ricarda Lange

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