Von Christina Amann, Alexander Hübner und Patricia Weiss
BERLIN/MÜNCHEN/FRANKFURT, 20. Juni (Reuters) – Der chinesische Ministerpräsident Li Qiang sagte den führenden deutschen CEOs, dass Nichtkooperation das größte Risiko sei, während eines Besuchs, um engere Beziehungen zu fördern, während Europa seine Abhängigkeit von der asiatischen Supermacht verringern möchte.
Li traf sich am Montag in Berlin mit den Chefs von Wirtschaftsriesen wie Mercedes-Benz, SAP und Siemens Energy im Vorfeld eines Regierungsgipfels am Dienstag, zu Beginn seiner ersten offiziellen Auslandsreise.
Die deutschen Großkonzerne Covestro, BASF und Merck bestätigten ebenfalls die Anwesenheit ihrer CEOs bei dem Treffen, lehnten es jedoch ab, Einzelheiten zu den besprochenen Themen zu nennen.
Covestro setzt sich dafür ein, die Beziehungen zu China stabil zu halten und fügt hinzu, dass nachhaltige wirtschaftliche und technologische Beziehungen trotz zunehmender geopolitischer Spannungen im Interesse Deutschlands und der Europäischen Union seien.
„Dies erfordert einen ausgewogenen Umgang mit Chancen und Risiken sowie eine enge Zusammenarbeit bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel. Dies kann nur durch ständigen Dialog erreicht werden“, heißt es in einer E-Mail-Kommentar des Unternehmens.
Li wird außerdem zu einem offiziellen Besuch nach Paris reisen und am 22. und 23. Juni an einer Finanzkonferenz teilnehmen.
„Wir dürfen ‚Abhängigkeit‘ nicht überbewerten oder Interdependenz gar mit Unsicherheit gleichsetzen“, sagte er laut der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua gegenüber deutschen Wirtschaftsführern. „Mangelnde Zusammenarbeit ist das größte Risiko, mangelnde Entwicklung die größte Unsicherheit.“
Die Reise findet zu einer Zeit statt, in der die EU versucht, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, insbesondere bei lebenswichtigen Mineralien und Produkten, die sie für den ökologischen Wandel benötigt, und Russlands Invasion in der Ukraine hat es vorsichtiger gemacht, seinen Rivalen mit militärischen Mitteln Zugang zu Technologien zu gewähren Anwendungen.
(Berichterstattung von Sarah Marsh, Andreas Rinke und Christina Amann in Berlin, Christoph Steitz in Frankfurt, Alexander Hübner in München und Ethan Wang und John Geddie in Peking; spanische Redaktion von Carlos Serrano)



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