„Sie nutzten die spanische Ankunft und eroberten gemeinsam Tenochtitlan“, sagte der Historiker Federico Navarrete gegenüber AFP. Ihm zufolge handelt es sich bei der Geschichte eines Computerspiels namens Yaopan, das am 23. September auf Mobilgeräten heruntergeladen werden kann, „um Allianzen, nicht um Niederlagen“.
Ein neues Computerspiel, das von einem Team der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) entwickelt wurde, bricht mit der traditionellen Interpretation der spanischen Eroberung des Aztekenreiches. Er weist auf die lokalen Tlaxcalteks als siegreiche Eroberer hin, die vor 500 Jahren dem Spanier Hernán Cortés halfen, die Hauptstadt des Aztekenreiches, Tenochtitlán, zu erobern. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP angesichts des auf Freitag gefallenen Jahrestages, der in Mexiko nicht als Mahnmal für die Eroberung, sondern als Mahnmal für den „indigenen Widerstand“ begangen wird.
Im frühen 16. Jahrhundert, als die Spanier im heutigen Mexiko ankamen, hatten die Azteken eine Reihe von Feinden unter den einheimischen Stämmen. Die von den Azteken kontrollierten hatten noch Autonomie, mussten aber unter anderem Angehörige ihrer Volksgruppe zu verschiedenen Opferzeremonien in die Hauptstadt schicken. Als Cortés in mehreren Schlachten von den Azteken versklavte Stämme besiegte, stellten sich einige auf seine Seite und wurden Verbündete.
Dieses neue Videospiel zeigt auch die Rolle, die Frauen bei der Eroberung des Aztekenreiches spielten. Sie waren nicht nur die Ehefrauen der spanischen Eroberer, sondern auch Kriegsstrategen. Unter ihnen ist eine junge Frau aus den militanten Reihen der Tlaxcalteks namens Tecuelhuetzin, die auch eine Figur im neuen Videospiel ist.
Ein Computerspiel namens Yaopan
Foto: Archiv des Erstellers
Cortés war auch eine wichtige Hilfe bei der Eroberung der Neuen Welt mit einer indigenen Frau namens Malinche, die seine Übersetzerin, Quelle wertvoller Informationen und seine Geliebte wurde.
Der Jahrestag der Eroberung von Tenochtitlán, das auf der Insel des Texcoco-Sees liegt und wo Mexikos heutige Hauptstadt entstand, fällt auf den Freitag und wird mit einer Reihe von Veranstaltungen, darunter Vorträge und Ausstellungen, begangen. Für die Veranstaltung am Freitag ist der Zócalo genannte Hauptplatz der Metropole nun mit Ornamenten in den Farben der mexikanischen Flagge und Bildern indigener Kriegerfiguren geschmückt. Die Regierung widmet dieses Mahnmal dem 500. Jahrestag des „indigenen Widerstands“. Eine Nachbildung des wichtigsten aztekischen Tempels, des Templo Mayor, steht auf demselben Platz, ist aber viel kleiner.
„Wir wollen das Wort Eroberung (Eroberung) in Frage stellen, weil wir eigentlich 500 Jahre Widerstand gedenken, nicht 500 Jahre Eroberung“, sagte die mexikanische Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum laut EFE.



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