




Axel Springer Mediengruppe, Boulevardverlag Bilddie meistgelesene Tageszeitung Europas, aber auch Inhaber einer einflussreichen Website für politische Nachrichten Politisch, Durchquerung des starken Turbulenzgebiets. Seit zwei Wochen steht ihr Chef Mathias Döpfner wegen seiner provokativen Äußerungen und seines problematischen Umgangs mit einem Fall sexueller Belästigung im Unternehmen vernichtender Kritik gegenüber, so dass die Rufe nach seinem Rücktritt lauter werden.
Am Montag, dem 24. April, wuchs der Druck, als die Gruppe ankündigte, sie werde den ehemaligen Herausgeber verklagen Bild, Julian Reichelt. Der Journalist, einst eine der einflussreichsten Stimmen Deutschlands, wurde im Oktober 2021 entlassen, nachdem mehrere Frauen ihm vorgeworfen hatten, unangemessene sexuelle Beziehungen mit ihnen zu unterhalten und dadurch seine hierarchische Position zu missbrauchen. Der im Herbst 2021 von einem Ermittlerteam aufgedeckte Skandal ist der bisher größte bekannte #Metoo-Fall jenseits des Rheins.
Der Medienkonzern verklagt den ehemaligen Chefredakteur wegen Verstoßes gegen die bei der Vertragsauflösung unterzeichnete Vertraulichkeitsklausel. Außerdem wird er eine siebenstellige Abfindungserstattung verlangen. Der ehemalige Schützling von Herrn Döpfner, der die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreitet, befindet sich nun im offenen Krieg gegen Axel Springer. Seit zehn Tagen muss der Ruf des Unternehmens Tag für Tag schwinden, weil neue Informationen ans Licht kommen.
Riesige Handlungsfreiheit
Dieser Fall ereignet sich wenige Tage nach der Veröffentlichung eines mit Spannung erwarteten Romans. Noch wach? („Still Up?“, Kiepenheuer & Witsch, unübersetzt), der den systematischen Machtmissbrauch im größten deutschen Fernsehsender beschreibt. Der Autor des Buches, Benjamin von Stuckrad-Barre, achtet darauf, dass die Charaktere in seinem Roman rein fiktiv sind. Doch die Parallelen zu Reichelts Affären sind deutlich, zumal der Romancier zehn Jahre lang bei Axel Springer arbeitete, so nah wie möglich an Mathias Döpfner herankommen konnte, mit dem er den Kontakt abbrach.
Es folgten Romanveröffentlichungen wöchentliche Offenbarung Tote Zeit, Mitte April. Die Zeitung veröffentlichte eine Reihe privater Textnachrichten, die Herr Döpfner an enge Vertraute schrieb und in denen er seine politischen Überzeugungen offen zum Ausdruck brachte: Er meinte unter anderem, die Ostdeutschen seien eine davon. „faschistisch“, einer von „Kommunistisch“. er sagte zu sich selbst „sehr unterstützend für den Klimawandel“oder bitten Sie seine Mitarbeiter darum “ beten „ für die Wiederwahl von Donald Trump in den Vereinigten Staaten. Der Chef hat auch keinen Hehl daraus gemacht, dass er die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel als gering einstuft „Nägel im Sarg der Demokratie“. Auch dies scheint beantragt worden zu sein Bild zur Unterstützung des Wahlkampfs der Liberalen Partei (FDP).
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