Ehemaliger deutscher katholischer Geistlicher, dem vorgeworfen wird, Dekorationen wegen sexuellen Missbrauchs vernachlässigt zu haben

Robert Zollitsch habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Schreiben mitgeteilt, dass er das ihm 2014 verliehene Bundesverdienstkreuz zurückgeben werde, teilte sein Sprecher heute in einer von AP zitierten Erklärung mit.

Der Sprecher sagte, die Entscheidung sei im Lichte einer Aussage getroffen worden, die Zollitsch im Oktober gemacht habe, in der der 84-jährige Priester einen schweren Fehler eingestanden und um Vergebung gebeten habe.

Am Dienstag wurde ein unabhängiges Gutachten im Auftrag des Erzbistums Freiburg vorgelegt. [no sudoeste da Alemanha]darüber, wie die Kirche im Laufe der Jahrzehnte mit Fällen von Missbrauch umgegangen ist.

Dies ist der jüngste in einer Reihe von Berichten, die die Handlungen oder das Fehlen von Beamten der katholischen Kirche in der deutschen Diözese hervorheben.

Einer der Autoren, Eugen Endress, sagte, Zollitsch habe das kanonische Recht in Bezug auf Missbrauchsfälle völlig ignoriert, während er als Leiter der Diözese Freiburg tätig war.

Endress erklärte beispielsweise, dass der Verstoß gegen das Zölibat durch einen Priester strafbar sei, Kindesmissbrauch jedoch nicht von den Freiburger Religionsbehörden geahndet werde.

„Wir verstummten“, sagt Eugen Endress.

Von 1983 bis zu seiner Ernennung zum Erzbischof 2003 war Zollitsch für kirchliche Angelegenheiten in Freiburg zuständig, ein Amt, das er bis 2013 innehatte. Von 2008 bis 2014 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Freiburg im Südwesten Deutschlands ist mit rund 1,8 Millionen Katholiken eine der größten Diözesen des Landes.

Das Bistum hat am Donnerstag beschlossen, Porträts von Zollitsch und seinem Vorgänger Oskar Saier aus dem jetzigen Amt von Erzbischof Stephan Burger zu entfernen.

Zollitsch machte keinen Kommentar, nachdem der Bericht diese Woche veröffentlicht wurde.

Neben der Verleihung des Verdienstordens habe Zollitsch Erzbischof Burger mitgeteilt, dass er auf die Beisetzung in der Bischofsgruft des Freiburger Münsters verzichten werde, heißt es in der Mitteilung.

Ricarda Lange

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