Parlamentswahlen. Deutschland wusste nicht, wen es wählen sollte. Nimm eine unbestimmt hohe Zahl auf

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„Dieses Jahr war sehr schwierig“, gibt Hardy Wendt zu. Bei früheren Wahlen wusste der 69-Jährige aus Bonn immer, wen er wählen sollte. „Aber jetzt vertraue ich niemandem“, sagte er im DW-Interview.

Welche Partei soll er wählen? Welche Seite soll im künftigen Bundestag die stärkste sein? Schließlich wählen die Volksvertreter im Bundestag auch den nächsten Bundeskanzler. Wendt hatte Schwierigkeiten, die Frage zu beantworten, welchen der drei stärksten Parteikandidaten er für den besten Nachfolger hielt. Angeli Merkel. Soll Annalena Baerbock von den Grünen kommen? Oder Olaf Scholz von der sozialdemokratischen SPD? Oder vielleicht Armin Laschet von der konservativen CDU? „Keiner der drei Kandidaten hat mir gefallen“, sagte Wendt bei einem Einkaufsbummel.

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Neue Situation

Viele Deutsche denken wie er. Vier von zehn Befragten, die wählen wollen, wissen nicht, welche Partei sie wählen werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vergangene Woche. Nie zuvor war die Zahl der Zweifler so groß gewesen.

Das überrascht den Politikwissenschaftler Thomas Gschwend von der Universität Mannheim nicht. Er berücksichtigte die hohe Zahl unentschlossener Wähler aufgrund der „neuen Situation“ mit dem Rücktritt von Angela Merkel als Bundeskanzlerin. – Der amtierende Kanzler kandidiert nicht. Wir haben drei statt zwei auf der Suche nach einer Kanzlerin. Und es sei nicht ganz klar, bzw. gar nicht klar, welche Koalition wir haben werden, sagte Gschwend im DW-Interview. – Daher kann ich verstehen, dass es schwieriger ist, sich zu entscheiden – fügte er hinzu. Er selbst hat am vergangenen Wochenende die Stimmzettel für das Wahllokal ausgefüllt.

Umfrage Achterbahn

Das Hauptproblem sei, dass keine Seite kreative oder neue Lösungen für alte Probleme angeboten habe, sagt die deutsch-britische Historikerin Katja Hoyer. Während der Amtszeit von Angela Merkel seien viele Schlüsselthemen wie Lebensqualität, Kosten der Sozialhilfe oder soziale Mobilität nicht diskutiert worden. – IN Anhang Die Kandidaten selbst seien wenig inspirierend, was viele Wähler zum Zögern veranlasste, weil sie keinen von beiden wollten, fügte Hoyer hinzu.

Seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 gab es immer einen Wettbewerb zwischen den konservativen Kanzlerkandidaten der CDU/CSU und den Sozialdemokraten der SPD. Allein 2002 gab es drei Kanzlerkandidaten, als sich der liberale FDP-FDP-Chef Guido Westerwelle um den Posten bemühte – ohne Erfolg. Im Aufeinanderprallen konservativer und fortschrittlicher Kräfte steht die FDP seit den 1980er Jahren weitgehend auf der gleichen Wählerseite wie die Christdemokraten, die Grünen auf der Seite der SPD. Wer die sozialistische Linke oder den rechten Flügel der AfD wählt, weiß, dass diese Parteien in der Opposition landen können.

Doch 2021 sind die Berechnungen bislang gescheitert. Drei Parteien kämpfen um das Kanzleramt, und es ist sehr wahrscheinlich, dass keine von beiden mit nur einem Koalitionspartner eine regierende Mehrheit bilden kann. – Jede dieser drei Parteien zu einem Zeitpunkt im Wahlkampf auf dem ersten Platz in den Umfragen. Das sei unerhört, stellt der Politologe Thomas Gschwend fest. Umfragen spiegeln auch die Unzufriedenheit und Verwirrung der Wähler über Kampagnen und Kandidaten wider. – Die Leute sind mit dem Inhalt der Kampagne nicht zufrieden. Wenn wir uns die Veränderungen in den Umfragen seit dem Frühjahr ansehen, werden wir eine Achterbahnfahrt erleben – fügte er hinzu.

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Fortsetzung nach Angela Merkel

Der gravierende Fehler der CDU, so der Politikwissenschaftler, sei die Vorstellung, Armin Laschet gelte automatisch als Kandidat, der die Fortsetzung nach Angela Merkel symbolisierte. Obwohl Laschets Politik nach Ansicht vieler Beobachter weitgehend mit der der viermaligen Wahlsiegerin Merkels übereinstimmt, steht ihre Persönlichkeit im Gegensatz zum ruhigen Stil regierender Politiker.

Nicht jeder, der die jetzige Kanzlerin unterstützt, wird automatisch CDU-Anhänger, sagt Gschwend. Angela Merkel sei es gelungen, vor allem bei Frauen mehr Stimmen zu mobilisieren.

Olaf Scholz von der SPD ist ein Spitzenkandidat für die Fortsetzung. Seine Partei führt derzeit die Wahlen an. „Es ist vielleicht nicht aufregend, aber es wird zumindest nicht radikal vom Status Quo abweichen, der stabil, wenn nicht sogar perfekt erscheint“, sagte Katja Hoyer. Seinen Worten nach ist es unwahrscheinlich, dass er die Wahl gewinnt, weil seine Partei immer noch nicht favorisiert wird.

Welche Partei wird am Ende gewinnen? „Darauf würde ich nicht wetten“, sagte Gschwend. Auch nach der Wahl kann es noch eine Weile dauern, bis klar ist, mit wem die Regierungskoalition gebildet werden soll. Zumindest müssen die Wähler am Sonntagabend entscheiden, wen sie wählen.

Dieser Artikel stammt von der Website der Deutschen Welle

Lora Kaiser

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