Die Zahl der Insolvenzen deutscher Unternehmen wird 2022 erstmals seit der Krise 2009 steigen

MADRID, 17. März (EUROPA PRESS) –

Die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen in Deutschland ist im Jahr 2022 auf 14.590 gestiegen, 4,3 % mehr als im Jahr 2021, das ist die höchste Zahl seit der Finanzkrise 2009, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) an diesem Freitag mitteilte.

Destatis weist darauf hin, dass die Zahl der Insolvenzen zuletzt während der vorangegangenen Krise zugenommen hat und seitdem die Zahl der Unternehmenspleiten Jahr für Jahr stetig zurückgegangen ist. Im Februar stiegen diese Insolvenzen im Vergleich zum Januar um 10,8 %, nachdem sie in diesem Monat einen Rückgang von 3,2 % gegenüber dem Vormonat verzeichnet hatten.

Analysten der dpa versichern, dass diese Daten nicht als Ausfallwelle zu interpretieren seien, sondern als moderater Anstieg der Insolvenzen infolge eines vom Krieg in der Ukraine und hoher Inflation geprägten Jahres.

Darüber hinaus wurde zwischen März 2020, in der Anfangsphase der Pandemie, und Mai 2021 die Pflicht zur Einreichung von Insolvenzerklärungen für übermäßig fremdfinanzierte Unternehmen ganz oder teilweise ausgesetzt. Die Bundesregierung wollte damals eine Pleitewelle von Unternehmen vermeiden. Allerdings ist nach dem Ende dieser Befreiung mit einer Zunahme der Insolvenzen zu rechnen.

Die deutsche Agentur stellte fest, dass das Verfahren erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik aufgenommen wird. In den meisten Fällen, so bestätigte er, liege das Datum der Zahlungsaufforderung drei Monate vor der behördlichen Bestätigung.

Lora Kaiser

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