Der Iran verhaftet einen Deutschen, weil er ein Foto von einer petrochemischen Anlage gemacht hat | Neuestes Europa | DW

Ein deutscher Staatsbürger wurde im Iran festgenommen, nachdem er in einem „sensiblen Gebiet“ in der südwestlichen Provinz Khuzestan Fotos gemacht hatte, berichtete die staatliche Zeitung Jaame-jam am Dienstag. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, iranische Medienberichte seien bekannt, die deutsche Botschaft bemühe sich intensiv um eine Klärung der Situation.

Die halboffizielle Nachrichtenagentur Tasnim und das Student News Network, die beide mit den Revolutionsgarden verbunden sind, sagten, der Häftling habe Fotos in der Ölfabrik Omidiyeh in der südwestlichen Provinz Khuzestan gemacht, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Nach Angaben des Gerichts wurden während der aktuellen Protestwelle im Iran mindestens 40 Ausländer festgenommen. Mehrere wurden wegen Spionage angeklagt. Kritiker werfen dem Iran vor, Ausländer als politische Geiseln zu halten. Teheran bestreitet diese Anschuldigungen und rechtfertigt Verhaftungen häufig mit Gründen der nationalen Sicherheit.

Die Islamische Republik ist durch den Ausbruch von Protesten Mitte September, die durch den Tod der iranisch-kurdischen Frau Jina Mahsa Amini ausgelöst wurden und in den letzten zwei Jahren mehrere Hinrichtungen durchgeführt haben, in eine schwere politische Krise gestürzt. Vor Samstag. Amini war von der Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung der Islamischen Republik festgenommen worden und starb in Polizeigewahrsam. (dpa/ap)

Friederic Beck

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