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Es ist jetzt klar, dass diese Weltmeisterschaft unter starkem Druck auf die westlichen Nationen steht, eine Erklärung bezüglich des Bruchs in Katar abzugeben. Gleiches für Deutsch Mannschaft. Doch wo der Deutsche Fußball-Bund in den vergangenen Monaten besonders in die Kritik geriet, war das Verhältnis zwischen Fans und der Führung des FC Bayern München schon lange angespannt. Grund: Sponsorenvertrag mit Qatar Airways.
Qatar Airways ist seit 2018 Sponsor des FC Bayern. Rund 20 Millionen Euro soll der süddeutsche Klub jährlich von der katarischen Airline erhalten. Im Gegenzug ziert das Logo einer Aktiengesellschaft den Ärmel von Deutschlands größtem Verein.
Dieser Vertrag läuft am Ende dieser Saison im Sommer 2023 aus. Und die Frage ist jetzt Rekordmeister: verlängern oder stoppen?
kritischer Fan
Letztere sehen viele Fans gerne. Fans haben sich mit verschiedenen Aktionen in der Allianz Arena, dem Hauptsitz des FC Bayern, zu Wort gemeldet. Und auch viel Kritik bei der Vereinsversammlung im Oktober.
Einer der Referenten war Michael Ott. Als Fan setzte er sich mehrere Jahre aktiv für die Beendigung von Sponsorenverträgen ein und wurde zur kritischen Stimme der Bayern-Fans.
„Wir bitten den Vorstand, den Sponsorenvertrag mit Qatar Airways nicht zu verlängern. Es ist eine Aktiengesellschaft, die mit den Werten des FC Bayern München nicht vereinbar ist“, sagte Ott.
Die alte Garde unterstützt
Ott und seine Anhänger stehen in direkter Opposition zu zwei einflussreichen Vereinsikonen: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Sowohl der Ehrenvorsitzende als auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende sind starke Befürworter der Partnerschaft mit Qatar Airways.
Im vergangenen Jahr berichtete Rummenigge, dass die Bayern viel Geld mit dem Sponsoring von Katar verdient hätten. Das Geld aus dem Deal ermöglicht es dem Klub, in gute Spieler zu investieren und sich so weiterhin mit den Besten in Europa zu messen.
Zu den Menschenrechten in Katar sagte Rummenigge, „das ist vom Fußball geregelt worden“. Hoeneß stimmte zu und wies darauf hin, dass die Bedingungen in anderen Ländern der Region schlechter seien als in Katar. Daher hält er Kritik an der Zusammenarbeit für heuchlerisch.
Das Jahrestreffen im vergangenen Oktober kollidierte von Ulli mit Michael Ott zur Katar-Frage. „Das ist der FC Bayern München und keine Kundgebung von Amnesty International“, grummelte Hoeneß.
„Ich finde es kindisch und unprofessionell. Ich versuchte mit ihm zu reden, aber er war nicht interessiert. Schade, dass er sich nicht für Menschenrechte interessiert“, antwortete Ott. über die Auseinandersetzung mit Hoeneß.
Die Verwaltung befindet sich derzeit in einer Notlage
Am Ende entscheiden nicht die Fans oder die Legenden des Vereins mit ihrem Prestige. Die Verantwortung liegt bei Präsident Herbert Hainer und Präsident Oliver Kahn. Und für sie ist es noch nicht vorbei.
Kahn und Hainer räumten das kommerzielle Interesse an dem erweiterten Vertrag mit Qatar Airways ein, stellten aber auch fest, dass die Fans „dem Sponsoring-Deal äußerst kritisch gegenüberstanden“. Dies lässt sie vorerst dazu, Diskussionen offen zu lassen und eine Entscheidung zu treffen, die nach der Weltmeisterschaft verschoben wird.
Dass es für den Vorstand nicht einfacher wurde, zeigte sich auch daran, dass sich auch die nicht für ihre Meinungsstärke bekannten Spieler in die Debatte einmischten. Wie Leon Goretzka, Mittelfeldspieler sowie eine Hochburg des FC Bayern München und der Nationalmannschaft.
In mehreren Interviews kritisierte er Katar. Als Reaktion auf homophobe Äußerungen des WM-Botschafters von Katar, der behauptete, Homosexualität sei ein geistiger Defekt, bezeichnete Goretzka die Äußerungen als „absolut inakzeptabel“. Ihm zufolge spiegelt die Aussage ein „Weltbild aus einem anderen Jahrtausend“ wider.
In der ZDF-Doku über die WM-Vergabe an Katar wurde Goretzka gefragt, ob er auf ein Ende der Partnerschaft mit Qatar Airways hoffe. „Ich persönlich wäre nicht dagegen.“
Auch Goretzka hat angedeutet, dass er bei der WM selbst ein Statement setzen will. Genau das, was er vor dem ZDF für sich behielt. Heute Nachmittag um 14:00 Uhr beginnt die Mannschafts-WM mit einem Spiel gegen Japan. Dann waren in Deutschland alle Augen auf Goretzka und Co. gerichtet.



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