Ukraine. Deutschland verstaatlicht russische Tochtergesellschaft von Gazprom

sLaut der Agentur France-Presse (AFP) unter Berufung auf eine Pressemitteilung des deutschen Wirtschaftsministeriums wurde der Schritt unternommen, um die „sichere Gasversorgung“ des Landes zu gewährleisten.

Berlin verstaatlichte damit zum zweiten Mal in ebenso vielen Monaten eine führende Gruppe im Energiesektor, nachdem es die deutsche Uniper gerettet hatte, die durch russische Gaskürzungen „erstickt“ wurde.

Die Bundesregierung betrachte die SEFE, die zuvor unter dem Namen Gazprom Germania firmierte, „als Schlüsselunternehmen für die Energieversorgung in Deutschland“, heißt es in der Mitteilung.

Zu den Kunden des Unternehmens zählen die kommunalen Versorgungsunternehmen des Landes, und die Gruppe besitzt auch einige Infrastrukturen für Gastransport und -speicherung, einschließlich Europas größtem Reservoir, das sich in Rehden befindet.

Der deutsche Staat hatte das Unternehmen Anfang April vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Russland und den westlichen Ländern seit dem Einmarsch in die Ukraine übernommen.

Gazprom, der alleinige Anteilseigner von Gazprom Germania, gab am 1. April bekannt, dass es seine Vermögenswerte aus der Tochtergesellschaft zurückgezogen hat.

Berlin wollte verhindern, dass das Unternehmen in feindliche Hände fällt oder gar liquidiert wird, und übertrug die Führung für sechs Monate der Bundesnetzagentur, die es in SEFE umbenannte.

Die Bilanz von Ende August zeigt, dass SEFE 1.000 Millionen Eigenkapital für 3.000 Millionen Euro Schulden hat, also in einer Situation der Überschuldung ist.

Zur Verbesserung der Finanzlage und Klärung der Eigentumsverhältnisse wird Berlin ein Bilanzmanöver durchführen, bei dem das Kapital inklusive Rücklagen auf null reduziert wird, wodurch die ehemaligen russischen Anteilseigner vorbehaltlich einer noch festzulegenden Abfindung die Kontrolle verlieren. .

Deutschland wird seinerseits 225 Millionen Euro in das Unternehmen stecken und wird „neuer Alleingesellschafter“.

Deutschland plant außerdem, das Darlehen der deutschen öffentlichen Bank KfW an das Unternehmen auf 13.800 Millionen Euro zu erhöhen, um sein Vermögen durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital zu erhöhen.

Finanziert werden diese Schritte durch ein Anfang Oktober von Berlin beschlossenes Hilfsprogramm in Höhe von 200.000 Millionen Euro zum Schutz der Wirtschaft vor einer von mehreren europäischen Ländern kritisierten Energiekrise.

Deutschland war vor seiner Invasion in der Ukraine stark von russischem Gas abhängig und musste auf Kosten steigender Energiekosten Alternativen zu diesem Import finden.

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Ricarda Lange

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