


Office Destatis wird am kommenden Montag seine erste Inflationsprognose für November veröffentlichen. (Foto: Eduardo Soares für Unsplash)
Frankfurt – Die Inflation in Deutschland könnte in diesem Herbst noch stärker als erwartet auf knapp 6% im Vergleich zum Vorjahr im November steigen, warnte die Deutsche Bundesbank am Montag, was die Kritik an der Europäischen Zentralbank erneut entfachen könnte.
Die bisherigen Kursgewinne mussten laut Bundesbank im letzten Quartal auf rund 5 % anziehen.
Allerdings sind die erwarteten Impulse nun stärker. Das werde etwa 1,5 Prozentpunkte von einer niedrigeren Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020 und dem vor einem Jahr geplanten Preis für die Reise abhängen, schildert die Deutsche Bundesbank, umgangssprachlich „Buba“ genannt.
Office Destatis wird am kommenden Montag seine erste Inflationsprognose für November veröffentlichen.
Im Oktober erreichte sie aufgrund des starken Drucks auf die Energiepreise, die Lieferung von Komponenten und die anhaltenden Auswirkungen der Mehrwertsteuer mit 4,5% den höchsten Stand seit 1993.
Deutschland ist eines der Länder in der Eurozone, in denen die Preiserhöhungen am deutlichsten waren, und die Volkspresse hat die Europäische Zentralbank für dieses Phänomen verantwortlich gemacht.
Die Niedrigzinspolitik – zur Stützung der Wirtschaft – wird in Deutschland traditionell als Ursache für steigende Preise und „Zerquetschung“ der Sparer angesehen.
Anfang 2022 wird mit einer Entspannung der Inflation gerechnet, wobei sich „der starke Anstieg der Erdgasmarktpreise voraussichtlich erst nach Jahresbeginn deutlich bei den Verbrauchern niederschlagen wird“, so die Bundesbank.
Dann könnte das Aggregat „für längere Zeit deutlich über 3 % bleiben“, d. h. jenseits der 2 %, die die EZB letztendlich für die Eurozone anstrebte.
Die Bundesbank-Warnung wird in Deutschland zur Bildung einer sozialdemokratischen Koalitionsregierung diskutiert.
Mit Grünen und Liberalen im Bündnis will die nächste Regierung den Mindeststundenlohn auf 12 Euro anheben.
Aus dieser „signifikanten“ Erhöhung könnten „untere Gehaltsklassen“ sowie „erhebliche Auswirkungen auf die oberen Gehaltsklassen“ resultieren, die alle „den Druck auf die zukünftigen Gehälter erhöhen“, warnte Buba.
Mehrere EZB-Beamte haben angedeutet, dass die bevorstehenden Lohnerhöhungen, die die Inflation anheizen könnten, genau beobachtet werden.



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