Bundeskanzler Olaf Scholz war an diesem Donnerstag auch innerhalb der Regierungskoalition wegen eines Vorhabens kritisiert worden, einen Teil des Hamburger Hafens an den China-Konzern Cosco zu verkaufen.
Die Enthüllungen der Fernsehsender NDR und WDR über die Unterstützung des ehemaligen Hamburgischen Bürgermeisters Scholz für dieses umstrittene Projekt stießen auf Kritik.
Die Bundeskanzlerin hoffte, auf diese Weise die Verlegung trotz des Widerstands von sechs Bundesministerien, nämlich Wirtschaft, Inneres, Verteidigung, Verkehr und Äußeres, genehmigen zu können.
Streitpunkt war der Abschluss einer vor einem Jahr geschlossenen Vereinbarung zwischen der Hamburger Hafengesellschaft (HHLA) und der Reederei Cosco über eine 35-prozentige Beteiligung am Betrieb des Containerterminals Tollerort (CTT).
Wenn die Regierung der Operation bis Ende Oktober nicht widerspricht, kann die Entscheidung fortgesetzt werden.
Auch Nachrichten- und Abwehrdienste haben laut WDR und NRD Vorbehalte gegen den Verkauf von als kritisch eingestufter Infrastruktur geäußert.
Trotz dieser Widerstände und Einwände beharrte Scholz darauf, „dass die Operation trotz allem durchgeführt wurde“, und brachte damit die Nachrichtenkette voran.
Der Hamburger Hafen ist nach Rotterdam in den Niederlanden und Antwerpen in Belgien der erste und dritte deutsche Handelshafen in Europa. Cosco war der erste chinesische Reeder.
Omid Nouripour, einer der Vorsitzenden der Grünen, die neben den Liberalen Koalitionspartner der Regierung sind, kommentierte das Portal t-online: „Das ist weder gut für unsere Wirtschaft noch für unsere Sicherheit.“ Er warnte auch vor der Möglichkeit, „die Fehler zu wiederholen“, die mit der Russischen Föderation gemacht wurden, die Deutschlands Gaslagerstätten erworben hat.
Deutschlands Diplomatiechefin Annalena Baerbock, ebenfalls Ökologin, hat vor einem solchen Projekt gewarnt, ebenso Vizekanzler und Minister für Wirtschaft und Klima, Robert Habeck, ein weiterer Ökologe.
Unterdessen sagte der liberale FDP-Vizepräsident Johannes Vogel in einer von Finanzminister Christian weiterverbreiteten Mitteilung auf dem sozialen Netzwerk Twitter, China werde „Einfluss auf alle großen europäischen Häfen haben und sie gegeneinander ausspielen können“. Lindner.
Derselbe Ton ist in den Reihen der Opposition zu sehen. „Die Absicht der Kanzlerin, China über die (chinesische) Aktiengesellschaft Cosco diesen starken Einfluss auf die Infrastruktur zu geben, wäre ein strategischer Fehler“, kritisierte, ebenfalls auf Twitter, der Christdemokrat Norbert Rottgen, der bei der CDU Internationale Beziehungen leitet.



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