In Deutschland wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk von Skandal erschüttert

Das ist der größte Skandal, den die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender je erlebt haben. Seit Juni haben sich die Enthüllungen rund um den Verdacht des Missbrauchs von Privilegien im öffentlich-rechtlichen Berliner Fernsehsender RBB vervielfacht. Im Mittelpunkt der Affäre steht Patricia Schlesinger, eine 61-jährige Journalistin, die 2016 „intendante“ (Intendantin) des Senders wurde, dann seit Januar 2022 Präsidentin der ARD. ihr wurde am Montag, 22. August, eine Abfindung verweigert.

Mit Steuergeldern

Die Liste der gegen ihn erhobenen Vorwürfe ist lang. Patricia Schlesinger soll unter anderem auf Kosten des Steuerzahlers ein privates Dinner bei sich zu Hause in einem Luxus-Firmenauto mit Massagesesseln veranstaltet haben, aber auch und vor allem eine 16-prozentige Gehaltserhöhung angenommen haben, als sie bereits ein Jahresgehalt von hatte 300.000 € . Ganz zu schweigen von dem geheimen Bonussystem, das den 27 RBB-Führungskräften gegeben wurde. „Diese Boni und Gehaltserhöhungen greifen in so einem Zeitraum überhaupt nicht“, kommentiert Jan Schulte-Kellinghaus, Programmdirektor beim RBB.

Dieser Skandal hat ein starkes Echo Deutsch, wo der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen besonderen Platz einnimmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg favorisierten die Alliierten ein dezentrales System, finanziert durch Steuerzahler und daher wenig mit Politik zu tun. Es hat jetzt 73 Hörfunkkanäle und 21 Fernsehkanäle, darunter 2 nationale, ARD und ZDF. Es wird mit 220 € pro Jahr (im Vergleich zu 138 € in Frankreich) finanziert und verfügt über ein Jahresbudget von 8,42 Milliarden €.

Grundlegende Reformen

Der Skandal betrifft bisher nur den RBB. Es offenbart jedoch umfassendere Funktionsstörungen, wie die schwache Kontrolle der Administratoren öffentlicher Kanäle. Kritik hagelte es von allen Seiten. Die bösartigsten kommen von Politikern und rechten Medien wie Zeitungen Frankfurter Allgemeine Zeitung, wer redet „Systemversagen“ oder konservative Zeitung tote Welt, Für wen „Dieser Skandal offenbart das Einsparpotenzial beim teuersten öffentlich-rechtlichen Sender der Welt“.

Diese Angelegenheit sollte die Position der 16. Bundesländer stärken, die sich im Juni auf grundlegende Reformen des deutschen audiovisuellen Sektors geeinigt haben. Als zu teuer und unflexibel erachtet, wird er aufgefordert, sich wieder auf seine grundlegende Mission – Information – zu konzentrieren, auf Unterhaltung zu verzichten und die Anzahl der Programme zu reduzieren. Das Schicksal der als inhaltlich zu ähnlich beurteilten Landessender ARD und ZDF bleibt zwischen Befürwortern einer klareren Differenzierung und Befürwortern der Fusion unklar.

Anders als in Frankreich oder Großbritannien hat sich die Debatte jedoch weniger auf die Kostenvorteile konzentriert. Nur die rechte Alternative fürDeutsch (AfD) oder mehrere Christdemokraten forderten ihre Abschaffung. Das Vertrauen in die öffentlichen Medien könnte jedoch nach Ansicht von CDU-Chef Friedrich Merz leiden. „Der Fall Schlesinger hat das Potenzial, die Legitimität und öffentliche Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland zu untergraben“, es tut ihm leid.

Lora Kaiser

"Unternehmer. Preisgekrönter Kommunikator. Autor. Social-Media-Spezialist. Leidenschaftlicher Zombie-Praktiker."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert