Das Lizenzgebührenmodell der BBC und anderer öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten in Europa wird zunehmend in Frage gestellt




Ein bronzener George Orwell, schlank, Zigarette in der Hand, bewacht das Hauptquartier der British Broadcasting Corporation. Die begleitende Inschrift lautet: „Wenn Freiheit etwas bedeutet, ist es das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen“. Der öffentlich-rechtliche Sender hat sich viel vorgenommen: Boris Johnson nannte ihn die „Brexit-Bashing Corporation“. Seine Berater haben versprochen, die Finanzierungsquellen der BBC zu „schälen“.
Heute macht sich der Premierminister auf den Weg, gerade rechtzeitig zur Hundertjahrfeier der Verleger im Oktober. Aber die Erleichterung, die BBC-Führungskräfte empfinden, könnte vorübergehend sein, da das Unternehmen vor ernsteren Herausforderungen steht als dem Toben in der Downing Street. Wie andere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Europa sieht sich die BBC mit Unsicherheit über ihre Rolle in der Ära von Netflix und YouTube konfrontiert. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der BBC drehten sich die Gedanken darum, woher die zukünftige Finanzierung kommen würde.
Das betreffende Kostenmodell
Das Geschäftsmodell der BBC ist weitgehend dasselbe wie im Jahr 1923, als der Wireless Telegraphy Act eine Gebühr von zehn Schilling pro Jahr (etwa 21 £ oder 24 € in heutiger Währung) für ein Haus mit Funkgeräten einführte. Heute beträgt die Lizenzgebühr 159 Pfund (185 Euro), die von jedem Haushalt bezahlt werden muss, der Live-Fernsehen sieht oder iPlayer, den Online-Nachholdienst der BBC, nutzt. Letztes Jahr erwirtschafteten Lizenzgebühren 3,8 Milliarden Pfund oder 74 % der BBC-Einnahmen, der Rest stammte aus kommerziellen Aktivitäten wie dem Verkauf von Shows im Ausland.
„Nahezu universelle Lizenzgebühren sind durch einen nahezu universellen Verbrauch gerechtfertigt. Aber mit der Konkurrenz aus Hollywood und dem Silicon Valley wechseln die Zuschauer die Kanäle. Der Anteil von Fernsehsendungen am britischen Videokonsum ist von 97 % im Jahr 2010 auf 70 % im Jahr 2021 gesunken.“
Nahezu universelle Belastung wird durch nahezu universellen Verbrauch gerechtfertigt. Jede Woche hören 90 % der britischen Erwachsenen acht Kanäle […]
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