NEW YORK (USA), 29 (dpa/EP)
Die Deutsche Andrea Petkovic hat angekündigt, dass sie sich nach den US Open, ihrem vierten „Grand Slam“ der Saison, vom professionellen Tennis zurückziehen wird.
Die Follower des Deutschen misstrauen ihm seit einer Woche, nachdem er Übungsvideos auf Instagram mit dem Hashtag „#thelastdance“ markiert hatte. Der 34-Jährige spielte damit auf den „Petko-Tanz“ an, mit dem er normalerweise seine Erfolge feiert.
„Die US Open werden mein letztes Turnier sein“, sagte Petkovic in einem Interview mit dem ARD-Fernsehen kurz vor seinem Auftaktspiel am Dienstag. Petkovic wird sich nach 16 ereignisreichen Jahren von der grossen Tennisbühne zurückziehen, denn der Verlust der Schweizer Olympiasiegerin Belinda Bencic wäre eine grosse Enttäuschung.
Petkovic ließ jedoch die Tür offen und sagte, dass er nach den US Open „ein Turnier in Europa“ hinzufügen könne, „das meiner Familie und meinen Freunden etwas näher ist“. Aber er deutete auch an, dass der New Yorker Festzug sein letzter sein könnte.
Seine Rücktrittsankündigung war keine große Überraschung; Schon 2020 wollte Petkovic aus dem Tennis aussteigen, und wer auch immer als Neunter in die Weltrangliste kam, wägt diesen Schritt seither Jahr für Jahr ab.
Seit Dezember 2019 ist der Halbfinalist der French Open 2014 Teil des Sportnachrichtenteams des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF und schreibt Kolumnen für verschiedene deutsche Publikationen.
Petkovics Interesse an Literatur, Musik, Kunst, Politik und sozialen Themen ist bekannt. Sein erstes schriftstellerisches Werk „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“, in dem Petkovic sein Leben als Profisportler erzählt, wurde von der „Süddeutschen Zeitung“ gelobt. als „weises Buch, oft humorvoll, und noch öfter tiefgründig und nachdenklich“.
Aber interessanterweise bringen viele Nebenjobs die Begeisterung für den Leistungssport zurück. „Meine vielen Reisen haben mir klarer gezeigt, dass Tennis meine größte Leidenschaft ist“, kommentierte er einmal.
Mit dieser größeren Motivation kehrte Petkovic im August 2021 in Cluj-Napoca (Rumänien) zum Ruhm zurück; es war sein erster Turniersieg seit sechseinhalb Jahren und möglicherweise sein letzter.
Das deutsche Damentennis befindet sich im Umbruch: Petkovic kündigte ihren Rücktritt an, Julia Görges verabschiedete sich vor zwei Jahren und Angelique Kerbers Rückkehr nach der Babypause war ungewiss.
Die nächste Generation der berühmten Steffi Graf geht in den Ruhestand, und neue Talente wie die 23-jährige Wimbledon-Viertelfinalistin Jule Niemeier oder die 19-jährige Nastasja Schunk müssen nun die Lücke füllen. Petkovic fungierte für Niemeier als eine Art Mentor; beide haben zusammen im Doppel gespielt.
Aufgrund seiner offenen und hilfsbereiten Art wird Petkovic auch dem deutschen Fed-Cup-Team fehlen, mit dem er 2014 das Finale erreichte. Doch Petkovic empfand den Abschied. „Ich vertraue meinem Herzen und meinen Gefühlen“, sagte er einmal über seinen Rücktritt.



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