Scholz rechnet damit, dass die Fragen der Energiesicherheit bis 2023 gelöst sein werden

Berlin, 21. August (EFECOM).- Bundeskanzler Olaf Scholz hat diese Woche seine Erwartung zum Ausdruck gebracht, dass die Gasversorgungsschwierigkeiten Deutschlands nach den russischen Gasversorgungskürzungen Ende 2023 enden werden.

Anfang nächsten Jahres werde das erste Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) an der deutschen Küste in Betrieb gehen, sagte er bei einem Treffen mit Anwohnern anlässlich des Tages der offenen Tür der Kanzlerin in Berlin, und der Rest werde im Laufe des Jahres hinzukommen .

„Wenn dies erreicht wird, wird unser Energiesicherheitsproblem bis Ende des Jahres gelöst sein. Es wird uns weiterhin schaden, aber die Frage, wie wir es erreichen, wird nicht wieder gestellt“, sagte er.

Neben dem Bau eines Terminals für den Import von LNG per Schiff sei ein weiterer Schritt der Regierung die Gasspeicherung gewesen, erinnerte die Kanzlerin, denn bestehende Lagerstätten in Deutschland, zum Teil im Besitz des russischen Staatskonzerns Gazprom, seien teilweise nicht gefüllt worden.

Nun sind die Betreiber gesetzlich verpflichtet, dass das Depot zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem bestimmten Prozentsatz ihrer Kapazität gefüllt ist und vor Winterbeginn 95 % erreicht.

Angesprochen auf die Möglichkeit, die Laufzeit der drei in Deutschland noch aktiven Kernreaktoren, die am 31. Dezember abgeschaltet werden sollen, zu verlängern, mahnte Scholz, die Ergebnisse des „Stresstests“ der elektrischen Anlage abzuwarten.

Die Studie, die auch das „Worst-Case-Szenario“ berücksichtigen werde, werde bis Ende dieses Monats oder Anfang September fertig sein und dann darüber entschieden werden können, sagte er.

„Selbst wenn wir uns entscheiden, es weiterlaufen zu lassen, damit wir im Winter keine Probleme haben, wird es nur ein kleiner Beitrag sein“, so Scholz weiter, weil die Reaktoren nur Strom produzieren und für einen ganz bestimmten Nischenmarkt.

„Aber manchmal zählt auch ein kleiner Beitrag“, sagte er.

Dass Kernenergie „allgemein keine gute Idee“ sei, zeige sich am Beispiel Frankreichs, weil dort viele Reaktoren wegen technischer Probleme nicht mehr funktionierten.

Er fügte hinzu, dass in anderen Teilen der Welt neue Anlagen gebaut werden, die jedoch Kosten von mehr als 10.000 Millionen Euro haben, wobei der erzeugte Strom einen höheren Preis hat als der aus erneuerbaren Energien erzeugte.

Aus diesem Grund wählte die Kanzlerin andere Technologien wie Biogas, um günstig und nachhaltig Strom zu produzieren, und erklärte: „Das ist der Weg, den Deutschland geht“.

Rafael Schröder

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