Mit farbenfrohen Kostümen, atemberaubenden Masken, animierten Skulpturen und unverwechselbarer Musik entführt die deutsche Version des Musicals „Der König der Löwen“ das Publikum in die afrikanische Savanne, wo die Geschichte spielt. Von den fast 50 internationalen Künstlern in der Besetzung sind etwa zehn Lateinamerikaner, wie die Peruanerin Andrea del Solar, die die Löwin Nala spielt, Partnerin der Hauptfigur Simba.
„Ich habe die Musikwelt in Deutschland entdeckt, bevor ich Sängerin oder Schauspielerin werden wollte, und hier kann ich beides verbinden“, sagt Del Solar der DW, während er sich auf eine neue Aufführung im stattlichen Theater am Fluss vorbereitet. Elbe, in Hamburg. Doch der Weg war nicht einfach für Del Solar, der vor 14 Jahren aus seiner Heimat Lima in die deutsche Hauptstadt kam, um an der Universität der Künste Berlin Musiktheater zu studieren.
„Ich habe auch viele Neins bei Vorsprechen bekommen. Darauf muss man in diesem Beruf emotional vorbereitet sein. Zuerst hat es mich mehr berührt, aber dann haben wir verstanden, dass es ‚ein Teil von‘ ist“, erklärt die südamerikanische Künstlerin, die auch an großen Produktionen wie „We will rock you“ oder „Elguarda espaldas“ beteiligt war.
Träume werden wahr
Dies ist das zweite Mal, dass Del Solar in Nalas Haut schlüpft, was ihr eine besondere Beziehung zu der Figur eingebracht hat. „Die Produzenten haben mir klar gemacht, dass Nala und ich viel gemeinsam haben. Besonders bei einem der Hauptlieder, wo er sein Territorium verlassen musste, ließen sie mich glauben, dass ich es meiner Familie in Peru, weit weg, vorsinge. In der Praxis habe ich sogar geweint“, gestand Del Solar.
Einer seiner Partner war Gustavo Nuñez Venezuela, der zum Ensemble der Tänzer gehörte und Charaktere wie Hyänen zum Leben erweckte. „Für mich ist es wirklich ein Traum, bei ‚König der Löwen‘ in Hamburg zu arbeiten. Seit ich in Venezuela lebe, hatte ich den Traum, Teil der Musikwelt zu sein“, versichert er der DW. Aufgrund der politischen Krise in seinem Land war für Nuñez immer klar, dass er auswandern muss: „Ich habe zwei Jahre bis dahin gespart. Nachdem ich das Musical „Chicago“ in Caracas gemacht hatte, sagten mir alle, dass ich gehen müsse, weil es in Venezuela keine Zukunft gibt“.
Der venezolanische Künstler lebt seit neun Monaten in Deutschland, seine erste Station in Europa war Spanien, wo er neun Jahre lebte. Dort kam sie zu Auftritten in Musicals wie „Mamma Mia“ oder „West Side Story“. Für Der König der Löwen sprach Nuñez in mehreren europäischen Städten vor, bis sich die Gelegenheit in Hamburg ergab. „In Deutschland gefällt mir neben der Qualität der Show, dass es eine höhere Nachfrage gibt, denn wenn man zu Castings geht, trifft man Leute aus der ganzen Welt, wie Malaysia, Australien oder Südafrika. In Spanien fast nur mit Menschen aus diesem Land“, sagte er.



Die kubanische Tänzerin Sheila Hernández wirkt in der mexikanischen Version von „Der König der Löwen“ mit.
Hakuna Matata nach der Pandemie
Eine ähnliche Geschichte erlebte die kubanische Tänzerin Sheila Hernández, die nicht lange überlegte, als die Bewerbung in die Niederlande geschickt wurde, wo sie lebt. „Ich habe mich gut über das Hamburger Unternehmen informiert. Ich fand die Idee gut und habe es vor allem in einer anderen Sprache gemacht. Ich habe es auf Spanisch, Englisch und jetzt auch auf Deutsch gemacht“, sagt Hernández, der neben dem Tanzen auch in Musicals eine Löwin oder Antilope spielt.
Wie Del Solar ist der karibische Künstler bereits Teil der Musik in anderen Ländern. Seit er Kuba 2012 verlassen hat, arbeitet er an der mexikanischen Version von „Der König der Löwen“ und war auch Teil einer Tournee des Werks in verschiedene asiatische Metropolen.
„Wir hatten wegen der Pandemie zwei Jahre Pause und wurden wie ein Neuanfang zur Arbeit gerufen“, erinnert sich Hernández. Und er fügt hinzu, dass diese neue Berufung für Künstler „wie die Botschaft ist, die Hakuna Matatas Lied hinterlässt: Auch wenn es schlechtes Gekritzel gibt, gibt es nichts, wovor man Angst haben muss.“
(Obst)



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