Annalena Baerbock: Die grünen Wurzeln der neuen deutschen Außenpolitik | Deutschland | DW

Einen Meilenstein markiert die Ernennung der stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen, Annalena Baerbock, zur nächsten Außenministerin. Sie wird nicht nur die erste Frau an der Spitze der deutschen Diplomatie sein, sondern auch die jüngste Person in diesem Amt: Am 15. Dezember wurde sie 41 Jahre alt.

Im Wahlkampf hat er das Banner des Kampfes gegen den Klimawandel gehisst, aber auch immer wieder über außenpolitische Themen gesprochen. Und er erklärte, dass beides Hand in Hand gehe, denn der Kampf gegen die Erderwärmung werde nur erfolgreich sein, wenn er international geführt werde. Bei der Vorstellung der Einigung über die Dreierkoalition zur Regierungsbildung betonte er, die Klimakrise sei die „größte Herausforderung unserer Zeit“ und erfasse alle Bereiche der Politik, darunter auch Themen wie internationale Zusammenarbeit und Sicherheit.

So lehnte Annalena Baerbock die Gaspipeline Nord Stream 2 ab, die russisches Gas nach Deutschland transportieren soll. Er argumentierte, dass dies ein Fehler sei, denn er wolle auf fossile Brennstoffe verzichten. Darüber hinaus glaubt er, dass die Pipeline Deutschland zu sehr von Russland abhängig macht und dass sich die Ukraine in Schwierigkeiten abgehängt fühlt, da Nord Stream 2 sie als Transitland durchquert.

Annalena Baerbock, am 7. September bei einer Debatte über die Situation in Deutschland vor der Wahl.

Annalena Baerbock, am 7. September bei einer Debatte über die Situation in Deutschland vor der Wahl.

Auf Wiedersehen Seidenhandschuhe mit China?

Generell strebt Baerbock, Politikwissenschaftler und Master in Völkerrecht an der London School of Economics and Political Science, eine stärker wertebasierte Außenpolitik an. Und es wurde gesprochen, um die Menschenrechtssituation in Ländern wie Russland und China, in denen Deutschland große wirtschaftliche und kommerzielle Interessen hat, stärker anzusprechen.

Der anschließende Koalitionsvertrag der Bundesregierung spricht mit Blick auf China nicht nur von Wettbewerb, sondern auch von systemischer Rivalität. Nun sollen das Außenministerium und sein neuer Chef eine umfassende Strategie für den Umgang mit Peking erarbeiten.

Die Regierung von Angela Merkel legt nach Ansicht vieler Kritiker mehr Wert auf wirtschaftliche Interessen als auf Werte. Der Bundeskanzler selbst ist die Person, die die Außenpolitik maßgeblich bestimmt. Ob Olaf Scholz seinem Außenminister mehr Handlungsspielraum geben wird, bleibt abzuwarten.

Beziehungen zu Washington

Interessant wird auch sein, ob Baerbock die transatlantischen Beziehungen wiederbeleben wird, die während der Präsidentschaft von Donald Trump stark angeschlagen waren. Der neue Minister muss entscheiden, ob er den Aufrufen von US-Präsident Joe Biden folgt, der Verbündete gegen China sucht, oder ob er Deutschland von der Konfrontation fernhält. Das wäre allerdings ein schwieriger Spagat.

Biden in virtueller Konferenz mit Xi

Biden sucht Verbündete für seine Strategie gegen China.

Problematisch war auch Baerbocks Forderung, die USA sollten ihre Atomwaffen aus Deutschland abziehen, und seine Weigerung, die deutschen Verteidigungsausgaben zu erhöhen, wie Washington es seit langem vor allem forderte.

Eher europäisch

Baerbock setzt sich seit Jahren für eine aktivere Rolle der Europäischen Union in der Weltpolitik, insbesondere in Sicherheitsfragen, ein. Er erklärte, dass Europa die „Rolle des Friedens“ in der Welt ernst nehmen sollte. Der Koalitionsvertrag fordert eine „richtige gemeinsame Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa“ und schlägt eine stärkere Zusammenarbeit der nationalen Armeen vor. Natürlich hat sich im Laufe der Jahre die Position Deutschlands und damals nicht viel an der Sache geändert.

Generell spricht der Koalitionsvertrag viel über Multilateralismus und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und ihrer Institutionen, wie etwa der Vereinten Nationen. Aber es ist auch klassische deutsche Außenpolitik. Infolgedessen sind keine wesentlichen Änderungen gegenüber der aktuellen Linie zu erwarten.

(ers/ms)

Friederic Beck

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