Die Metallurgie-Gewerkschaft IG Metall kündigte an diesem Sonntag (06.12.022) neue Streiks in neun deutschen Städten für kommenden Montag an. Vor einer vierten Verhandlungsrunde über Lohnerhöhungen für die Beschäftigten in der Stahlindustrie im Nordwesten Deutschlands wollen die Gewerkschaften auf diese Weise Druck auf die Arbeitgeber ausüben.
Am Freitag machten die Arbeitgeber der Branche ein neues Angebot, das eine Gehaltserhöhung von 4,7 Prozent beinhaltet, die über einen Zeitraum von 21 Monaten erreicht werden soll. Die Gewerkschaft fordert ihrerseits 8,2 Prozent in 12 Monaten. Nach der dritten Verhandlungsrunde am Freitag forderten die Chefs die IG Metall auf, sich auf „realistische Lösungen“ zu konzentrieren.
„4,7 Prozent sind zu wenig für Arbeitnehmer in einer Situation hoher Gewinne, die Auftragsbücher sind voll und die Preise steigen stark“, sagte Knut Giesler, Landesvorsitzender der IG Metall Nordrhein-Westfalen, in einer Mitteilung. Die Stahlarbeiter seien bereit, den Streik erheblich zu verlängern, fügte er hinzu.
Nach Angaben der Gewerkschaft haben sich seit dem 1. Juni rund 16.000 Beschäftigte aus 50 Unternehmen der Branche an dem Streik für Tarifverhandlungen beteiligt. Der Tarifbereich im Nordwesten Deutschlands umfasst vor allem die Regionen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Laut IG Metall beschäftigt die Branche dort 68.000 Beschäftigte.
Ostdeutschland hat seinerseits etwa 8.000 Beschäftigte in diesem Sektor. Eine dritte Gesprächsrunde in dem Bereich ist ebenfalls für kommenden Montag geplant. Auch in Ostdeutschland gab es schon früher Streiks. (dpa)



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