Presse auf Deutsch: Kryptokatastrophe und zwei Wahlen in Lateinamerika | Die wichtigsten Nachrichten und Analysen in Lateinamerika | DW

Der starke Bitcoin-Einbruch gab der Münchner Zeitung Anlass Süddeutsche Zeitung um einen Artikel über die Situation in Salvador zu veröffentlichen:

„Experten warnen davor, dass El Salvador bald bankrott gehen könnte. Die Finanzen sind seit langem nicht rosig: Die Regierung neigt zu Ausgaben, was die Pandemie und die Folgen des Krieges in der Ukraine noch verstärkt. Aber dazu kommt noch etwas, absolut unkalkulierbarer Punkt: Bitcoin, Währungswert Kryptowährung und in letzter Zeit vor allem ihre Abwertung.

Der Preis von Bitcoin fällt seit Monaten. Für Anleger ist es ein Ärgernis. Für El Salvador ist das ein großes Problem. Denn im vergangenen Juni erklärte Präsident Nayib Bukele Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel. Theoretisch kann heute jeder, der will, Waren und Dienstleistungen mit virtueller Währung bezahlen, vom Arztkonto über Supermärkte bis hin zu Steuern. Etwas Einzigartiges auf der Welt.

Bis auf wenige Ausnahmen wird Bitcoin jedoch in El Salvador so gut wie nie implementiert. Selbst im Zentrum der Hauptstadt akzeptieren Händler keine Kryptowährungen und auf dem Land kämpfen viele Menschen immer noch mit fehlender Internetverbindung oder gar Strom. Nayib Bukele gab seine Experimente jedoch nicht auf. (…)

Es ist nicht genau bekannt, wie viele Bitcoins sich in Salvadors Steuerkasse befinden. Die Regierung und die Zentralbank lieferten keine Zahlen; erst ab twittern vom Präsidenten lässt sich errechnen, dass es etwa 2.300 sein sollen. Eine Zeit lang war es kein so schlechter Deal: Kurz nachdem Bukele Mitte letzten Jahres begann, Bitcoins zu kaufen, stieg die Kryptowährung sprunghaft an. Aber auch da gibt es Kritik. Der IWF warnte vor „erheblichen Risiken“. Als Ende des Jahres der Preis von Bitcoin zu fallen begann und Bukele immer autoritärer über Institutionen regierte Bewertung Sie fingen an, ihre Rankings zu senken. Infolgedessen wird es für Länder immer schwieriger, Geld im Ausland zu bekommen. Du kannst es auch nicht ausdrucken. Seit der Dollar vor fast 20 Jahren als offizielle Zahlungswährung eingeführt wurde, hat er keine nationale Währung mehr.“

Ein ehemaliger Guerillakämpfer, ein Favorit in Kolumbien

Gustavo Petro könnte Kolumbiens erster linker Präsident werden, schlägt ein weiterer Artikel vor Süddeutsche Zeitungzeigt, dass Ex-Kämpfer als die wahrscheinlichsten Kandidaten für die Wahlen am 29. Mai gelten:

„Das Land wurde jahrzehntelang von mehr oder weniger konservativen Politikern regiert. Linke Kandidaten gerieten schnell in den Verdacht, Verbindungen zur Guerilla zu haben. Als Gustavo Petro 2010 zum ersten Mal für das Präsidentenamt kandidierte, wurde er Vierter. Nicht sogar ein Zehntel der Stimmen. Die Wähler gaben ihm ihre Stimme. Doch 2018 wurde im zweiten Versuch das Friedensabkommen der Regierung mit den FARC unterzeichnet. Das Vertrauen der Wähler in den linken Kandidaten wuchs. Und so hat Petro dieses Mal bestanden zumindest zur Abstimmung.

Francia Márquez und Gustavo Petro: das Wahlduo des Paktes der Geschichte.

Francia Márquez und Gustavo Petro: das Wahlduo des Paktes der Geschichte.

Glaubt man den jüngsten Umfragen, sieht es so aus, als könnte Petro die Wahl jetzt tatsächlich gewinnen. Das wäre ein historischer Wandel: Petro würde der erste klar linksgerichtete Präsident des Landes. Kritiker des konservativen Sektors warnen, dass Kolumbien mit ihm zu einem zweiten Venezuela werden könnte.

In Lateinamerika dient Venezuelas sozialistisches Regime konservativen Politikern als Mittel, um bei Wahlen Angst zu machen Werbehafen und Kandidaten erfolgreiche Perspektiven hinterlassen. Dies geschah in Chile, wo der ehemalige Studentenführer Gabriel Boric 2021 zum Präsidenten gewählt wurde. Die Realität war jedoch in beiden Fällen ganz anders: Wie Boric in Chile war auch Petro in Kolumbien alles andere als revolutionär. (…) Seit der Präsidentschaftswahl 2018 werden fast vier Millionen junge Kolumbianer erstmals wahlberechtigt sein. Und wie es scheint, werden sich viele von ihnen für Petro entscheiden.“

Lula gegen Bolsonaro

Zeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung Er seinerseits widmete den bevorstehenden Wahlen in Brasilien einen Artikel und stellte fest, dass das Land gespaltener denn je sei:

„Brasilien steht vor einer Sonderwahl. Die beiden wahrscheinlichsten Kandidaten werden von einem Teil der Bevölkerung vehement abgelehnt. Wer Lula will, will Bolsonaros Sieg um jeden Preis verhindern und umgekehrt. Aktuellen Umfragen zufolge werden 41 Prozent der Brasilianer wählen für Lula und 32 Prozent für Bolsonaro. „Man kann keine Ideendebatten erwarten, sondern hitzige Konfrontationen“, sagte Cesar Cunha Campos, der die europäische Sektion der Getulio Vargas Foundation leitet. (…)

Jair Bolsonaro und Luiz Inácio Lula da Silva.

Jair Bolsonaro und Luiz Inácio „Lula“ da Silva.

Es besteht kein Zweifel, dass die EU es mit Lula leichter haben wird als mit dem dummen Bolsonaro. Aber vielleicht gefällt Lulas Position nicht nur den Europäern: Er verknüpft die gemeinsame Verantwortung mit der Ukraine mit Krieg und tritt dafür ein, alle Kanäle des Dialogs mit Moskau offen zu halten.“

(FRAU)

Friederic Beck

"Would-be music lover. Writer. Enthusiastic beer connoisseur. Award-winning reader. Social Media Scientist. Hipster friendly food expert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert